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Karlsruhe: Hochbau

Erweiterung der Gemeinschaftsschule in Grötzingen

Ansichten

Fassade

Schnitte


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Zum Schul­jah­res­be­ginn 12/13 wurde in Grötzingen eine Gemein­schafts­schule mit 3 Lerngrup­pen in Klassen­stu­fe 5 gestartet. Diese Schulein­rich­tung wurde u. a. in einem Gebäu­de­kom­plex aus den 50er-Jahren mit einem Erwei­te­rungs­bau aus den siebziger Jahren unter­ge­bracht. Die Nachfrage nach Plätzen ist groß, sodass die Stadt Karlsruhe beabsich­tigt diese beste­hen­de Einrich­tung auszubauen und zusätzlich um einen Ganztags­be­trieb im Grund­schul­be­reich zu erweitern. Der Erwei­te­rungs­bau aus den 70er-Jahren, in dem Teile der Gemein­schafts­schule unter­ge­bracht wurden, ist Asbest belastet. Das Gebäude wurde geschlos­sen. Es soll abgerissen und durch einen Neubau, der das fehlende Raumpro­gramm ergänzt, ersetzt werden. Die Fehlflä­che umfasst eine BGF von ca. 5.000 m², die sich sowohl aus Teilen der Gemein­schafts­schule, aus Funkti­ons­be­rei­chen des Ganzta­ges­be­trie­bes des Grund­schul­be­rei­ches als auch einer zusätz­li­chen kleinen Stadt­teil­bi­blio­thek zusam­men­setzt.
Ziel des Wettbe­werbs ist es durch einen funktional und ökologisch stimmigen Entwurf eine Planungs­grund­lage für die Weiter­ent­wick­lung der Gemein­schafts­schule mit neuer Schulform zu erhalten.



Beurtei­lung des Preis­ge­rich­tes

Die Körnigkeit der gut einge­füg­ten Neubauten entspricht dem städte­bau­li­chen Maßstab des Quartiers. Die Erhaltung des Heinrich-Dietrich-Baus als Solitär überzeugt. Die Freiräume sind funktional und gestal­te­risch gut diffe­ren­ziert und schaffen allseitig eine übersicht­li­che Erschlie­ßung und Durch­läs­sig­keit.
Das vierge­schos­sige Lernhaus überschrei­tet aller­dings das gegen­wär­tig zulässige Maß der Bebauung. Ebenso werden zum Nachbar­grund­stück die erfor­der­li­chen Abstands­flä­chen nicht einge­hal­ten. Die kompakte Erwei­te­rung der Schloss­schule hält respekt­vol­len Abstand zum denkmal­ge­schütz­ten Gebäude und bietet einen direkten Zugang zur Stadt­teil­bi­blio­thek.
Die Idee des Lernhauses und der Anspruch einer multi­funk­tio­na­len Nutzbar­keit sind vorbild­lich umgesetzt. Die Platzie­rung von Hauptein­gang, Verwaltung, Schul­lei­tung etc. und Zufahrt für die Inklu­si­ons­schü­ler erlaubt optimale Betrieb­sab­läufe. Die Nutzung des Südhofes als Außen­ge­lände der Mensa erhöht deren Attrak­ti­vi­tät. Der Brand­schutz erfordert in der Erwei­te­rung der Heinrich-Dietrich eine bauliche Abtrennung der Treppe oder einen alter­na­ti­ven zweiten Fluchtweg. Auch in der Erwei­te­rung der Schloss­schu­le muss der Brand­schutz nachge­bes­sert werden, um den zweiten Fluchtweg für das Schloss­schul­ge­bäude zu gewähr­leis­ten.
Die Bemessung der Technik­flä­chen ist ausrei­chend, ihre Lage wäre aber zu optimieren, um Anbindung unter nicht unter­kel­ler­ten Gebäu­de­tei­len auszu­schie­ßen. Das empfohlene Heizen und Kühlen durch Bauteilak­ti­vie­rung ist in Anbetracht der verfüg­ba­ren Nahwärme weniger geeignet. Der die gesamte Erwei­te­rung des Heinrich-Dietrich-Baus umspan­nende außen liegende Sonnen­schutz aus motorisch gesteu­er­ten Verti­kal­la­mel­len verschafft dem Bauwerk eine gestal­te­risch anspruchs­volle Fassade. Allerdings ist diese Lösung wegen der hohen Inves­ti­ti­ons- und Unter­hal­tungs­kos­ten, ihrem Betrieb im Alltag und der grund­sätz­li­chen Minderung des Tages­licht­ein­falls für diese Nutzung nicht angemessen.
Trotz des zusätz­li­chen Flächen­an­ge­bo­tes liegt die Arbeit dank ihres geringen Verkehrs­flä­chen­an­tei­les im wirtschaft­li­chen Durch­schnitt.
Insgesamt wird die Arbeit als städte­bau­lich sensibler und funktional sehr anspruchs­vol­ler Beitrag bewertet.

 

Die Jury tagte am 01.10.2013 und setzte die Arbeit der Schwinde Archi­tek­ten aus München einstimmig auf Platz 1.

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