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Karlsruhe: Hochbau

Kindertageseinrichtung Egon-Eiermann-Allee

Lageplan

Grundriss EG

Fassade/Schnitt


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs
Im Nordwesten von Karlsruhe, im Stadtteil Knielingen entsteht ­der­zeit auf einem ehemaligen Kaser­nena­real ein neues ­Stadt­quar­tier "Knie­lin­gen 2.0" mit einer Gesamt­flä­che von über 30 Hektar.
Das Areal ist unterteilt in Wohnge­biete, Misch­ge­biete, Gewer­be­ge­biete, Sonder­ge­biete und einen zentralen Grünzug. Es ent­ste­hen seit 2014 unter anderem attraktive und verdich­tet Wohn­quar­tiere, die im Stadtteil dauerhaft einen höheren Bedarf an Kinder­ta­ges­be­treu­ungs­plät­zen generieren.
Dieser Bedarf soll durch den Neubau einer 8-gruppi­gen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung für Kinder im Vorschulal­ter gedeck­t wer­den.

Für diese Baumaß­nahme steht ein freies Grundstück im Nordos­ten Knie­lin­gens, in der Egon-Eiermann-Allee, zur Verfügung.

Die Maßnahme umfasst eine BGF von ca. 1.800 m², die sich sowohl aus dem Bereichen der Gruppen­räume und Mehrzweck­räume, der Küche und Bistro­be­rei­chen und einem Verwal­tungs­be­reich ­zu­sam­men­setzt.

Neben einem funktional und städte­bau­lich stimmigen Entwur­f er­war­tet die Ausloberin zusätzlich ein ausge­ar­bei­te­tes Ret­tungs­we­ge­kon­zept sowie ein Konzept für Technik und Nach­hal­ti­ges Bauen, da die Ausloberin den Bau eines ­Nul­l­ener­gie­ge­bäu­des anstrebt.


Beurtei­lung des Preis­ge­rich­tes
Der klare zweige­schos­sige Körper der Kinder­ta­ges­ein­rich­tung weicht von der straßen­sei­ti­gen Bebau­ungs­kante zurück­ ­be­zug­neh­mend auf die auf der gegen­über­lie­gen­den Seite des Grün­strei­fens liegenden Kasino­ge­bäude und Garni­sons­kir­che. Damit ­schafft der Verfasser einerseits einen Puffer­be­reich ­be­zie­hungs­weise eine Vorzone zwischen Straße und Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung, anderer­seits lässt er ein morpho­lo­gisch und städte­bau­lich spannendes Ensemble mit den beste­hen­den Bauten ent­ste­hen. Die Jury sieht in diesem Vorplatz ein großes ­Po­ten­tial, das in der Planung nicht ganz ausge­schöpft ist.

Das Gebäude gliedert sich in zwei längs­ge­streckte, paral­lel ­ver­lau­fende Haupt­be­rei­che. Zwischen ihnen ist ein großzü­gi­ger ­Be­reich vorgesehen, der als Markt oder Austausch­platz konzi­pier­t ist. Während der Versor­gungs­trakt auf der Nord-West-Seite ­plat­ziert ist, genießen die Gruppen­räume die Süd-Ost-Lage zum Grün­zug hin orientiert.
Das Zentrum des Gebäudes - vom Verfasser als "Spiel­stra­ße" ­be­zeich­net - beherbergt die Bistro­räume, welche über die direk­t an­gren­zen­den Lichthöfe mit Sonnen­licht und Frischluft versorg­t wer­den. Das Konstruk­ti­ons­ge­füge ist deutlich gegliedert, ohne dass ein Gefühl der Wieder­ho­lung entsteht. Die kleinen, im System einge­füg­ten Diffe­ren­zie­run­gen, erlauben auch in der Be­le­gung der Flächen eine große Palette unter­schied­li­cher ­Nut­zun­gen. Die Lage der Arbeits- bzw. Mehrzweck­räume direkt an der Eingangs­halle - wodurch sie separat geschaltet werden ­kön­nen- sind ein Beweis für diese Flexi­bi­li­tät. So entste­hen auch durch Vor- und Rücksprünge im Übergangs­be­reich zu den Grup­pen­räu­men inter­essante, identi­täts­s­pen­dende und für die Kinder leicht identi­fi­zier­bare Situa­tio­nen.

Die Fassaden bleiben jedoch in ihrer Ausar­bei­tung, verglichen zu den deutlich struk­tu­rier­ten und gut lesbaren Grund­ris­sen, vage und ausdruck­s­arm weit hinter den Erwar­tun­gen der Jury.

 

Die Jury tagte am 17. November 2017 und setzte die Arbeit der Archi­tek­ten Heydorn Eaton aus Berlin einstimmig auf Rang 1.

Heydorn Eaton Archi­tek­ten
Schle­si­sche Straße 29/30
10997 Berlin

www.heydor­nea­ton.de
archi­tek­ten@hey­dor­nea­ton.de