Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Hochbau

Dreifeldsporthalle Oberreut

Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Das Schul­zen­trum Südwest mit den Schulen ­So­phie-Scholl-Realschule und der beruf­li­chen Engelbert-Bohn- Schule liegt nördlich des Karlsruher Stadtteils Oberreut ein­ge­bet­tet im Hardtwald Oberreut. Die auf dem Schula­real ­be­ste­hende Dreifeld­sport­halle aus den 1970er Jahren wurde auf­grund von massiven Mängeln still­ge­legt und soll abgebro­chen und durch einen Neubau einer zweifachen Dreifeld­sport­hal­le er­setzt werden.

Die Nutzung der Dreifeld­sport­hal­len ist wie folgt vor­ge­se­hen:
Eine der Dreifeld­sport­hal­len dient künftig dem Schul- und Ver­einss­port und Schul- und Sport­ver­an­stal­tun­gen. Sie soll wie die jetzige Sporthalle als Versamm­lungs­stätte ausge­bil­det werden und eine bewegliche Tribüne für 400 Besucher­plätze sowie 200 Steh­plätze erhalten. Die zweite Dreifeld­sport­halle dient dem Schul- und Vereinss­port sowie dem Trainings­be­trieb.

Neben der abzubre­chen­den Bestands­halle befindet sich eine un­ter­ir­di­sche Energie­ver­sor­gungs­zen­trale, die das gesam­te ­Schula­real sowie Teile der angren­zen­den Wohnbe­bau­ung in Oberreut ­ver­sorgt.
Für den Neubau der Sport­hal­len sind die Einbindung der be­ste­hen­den Energie­ver­sor­gungs­zen­trale, die städte­bau­li­che ­An­ord­nung, die Wegeer­schlie­ßung sowie der Erhalt der Wald­cha­rak­te­ris­tik zu berück­sich­ti­gen. Die Höhenlage der Halle soll wie im Bestand erhalten bleiben, somit wird die Halle­ne­be­ne un­ter­ge­schos­sig liegen.
Mit dem ausge­lob­ten Wettbewerb wird ein Gesamt­ent­wurf gesucht, der den konstruk­ti­ven, räumlichen und städte­bau­li­chen An­for­de­run­gen gerecht wird. Dem Thema der Nachhal­tig­keit wird ­be­son­dere Bedeutung beige­mes­sen.
Ein für diese Aufgabe geeignetes Planungs­team aus Archi­tek­ten und Tragwerks­pla­ner soll ausgewählt werden.

Beurtei­lung des Preis­ge­richts
Die Verfasser des Entwurfes schlagen einen einge­schos­si­gen ­ge­streck­ten, recht­e­cki­gen Baukörper vor, der durch seine ­Po­si­tio­nie­rung den Eingangs­hof der Schule und den anschlie­ßen­den Frei­be­reich geschickt propor­tio­niert. Die Erschlie­ßung der Be­su­cher­be­rei­che erfolgt getrennt von den Zugängen für die S­port­ler und Schüler. Die Anordnung der beiden Hallen in einer Flucht ermöglicht eine Nutzung der Hallen in optimaler Weise. Die Anordnung von Eingängen an der Längsseite für die Schüler und Sportler erscheint in Bezug auf die Orien­tie­rung aber auch auf die Entfluch­tung innerhalb des Gebäudes äußerst effektiv.

Die zwischen den Zugängen indivi­du­ell gestal­te­ten Freibe­rei­che wer­den besonders positiv hervor­ge­ho­ben, da sie einerseits den Frei­be­reich aufwerten und anderer­seits die Zugänge adres­sie­ren.

Alle Funkti­ons­be­rei­che sind richtig angeordnet. Beson­der­s ­po­si­tiv hervor­ge­ho­ben wird die Möglich­keit, auf der Stirn­sei­te ­zu­sätz­lich Besucher­plätze anzuordnen.
Das klare und sensibel konstru­ierte Tragwerk aus Holz folgt sehr gut der Ausrich­tung der Hallenform und der Nutzung. Die rah­men­ar­ti­gen Träger aus Brett­schicht­holz sind sinnvoll ­ge­ras­tert, wodurch sich filigrane Abmes­sun­gen ergeben. Die auf der Südwest­seite angeord­nete große Auskragung stellt die Blend­frei­heit der Halle sicher.

Die umlaufende geschoss­hohe Glasfassade bewirkt die größt­mög­li­che Trans­pa­renz und wird in ihrer archi­tek­to­ni­schen Wir­kung gewürdigt, jedoch aus Gründen der Nachhal­tig­keit ­kri­ti­siert. Im Falle einer Reali­sie­rung wäre der Anteil an ver­glas­ten Flächen deutlich zu reduzieren.

Ebenso kritisch wird das A/V-Verhältnis, aber auch der hohe An­teil an Verkehrs­flä­chen und der große Brutto­rau­min­hal­t hin­sicht­lich der Wirtschaft­lich­keit gesehen. Die lichte Höhe von 7,70m könnte auf 7,00m reduziert werden.

Das Technik­kon­zept ist in der darge­stell­ten Form nicht um­setz­bar. Es berück­sich­tigt nicht die einschlä­gi­gen techni­schen Re­geln. Die luftge­stützte Tempe­rie­rung des Hallen­bo­dens muss mit einer anderen Technik realisiert werden.

Trotz der genannten Mängel lobt die Jury den städte­bau­lich und ar­chi­tek­to­nisch klaren Entwurf, der sowohl bezogen auf seine ­Funk­tio­na­li­tät als auch seiner ästhe­ti­schen Wirkung beson­der­s ­gut gelungen ist.

 

Das Preis­ge­richt tagte am 8. Februar 2019 und setzte die Arbeit der Arbeits­ge­mein­schaft auf Rang 1

Archi­tek­ten
raum-z GmbH Archi­tek­ten
Sandweg 94
60316 Frankfurt am Main
info@raum-z.de
www.raum-z.de

Tragwerks­pla­ner
osd management GmbH
Gutleut­straße 96
60329 Frankfurt am Main
office@o-s-d.com
www.o-s-d.com