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Karlsruhe: Hochbau

Erweiterung der Drais-Grund- und Gemeinschaftsschule


Anlass und Zweck des Wettbe­werbs

Die Drais-Schule ist derzeit eine Grund- und Haupt­schu­le sowie Realschule und Gemein­schafts­schule und liegt mitten im Stadtteil Mühlburg in Karlsruhe.
Die Gemein­schafts­schule startete zum Schul­jah­res­be­ginn 2013/2014 vierzügig ab Klassen­stu­fe 5. Die Nachfrage nach Plätzen an der Gemein­schafts­schu­le ist so groß, dass die Stadt Karlsruhe beabsich­tigt diese bestehende Einrich­tung dauerhaft vierzügig auszubauen.
Die dreizügige Grund­schule mit einzü­gi­gem Ganzta­ges­be­trieb soll zukünftig um einen weiteren Zug im Ganzta­ges­be­trieb erweitert werden.
Die beste­hen­den Schul­for­men der Haupt- und Realschu­le werden sukzessive auslaufen.
Das Schulareal besteht aus diversen Baukörpern, die ab 1952 errichtet und über die Jahre durch verschie­de­ne Anbauten ergänzt wurden. Teile des alten Gebäu­de­be­stan­des sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden, um das fehlende Raumpro­gramm aufzu­neh­men.
Die Fehlfläche umfasst eine BGF von ca. 5.500 m², die sich sowohl aus Teilen der Gemein­schafts­schule als auch aus Funkti­ons­be­rei­chen des Grund­schul­be­rei­ches zusam­men­setzt.
Zusätzlich soll das Bestands­ge­bäude der Grund­schu­le moder­ni­siert werden.
Ziel des Wettbe­werbs ist es durch einen gestal­te­risch, funktional und ökologisch stimmigen Entwurf eine Planungs­grund­lage für die Weiter­ent­wick­lung der Gemein­schafts­schule mit neuer Schulform zu erhalten.

Beurtei­lung des Preis­ge­rich­tes

Der Verfasser bietet eine grund­sätz­lich schlüssige Lösung für die gestellte Aufgabe.
Die neue Gemein­schafts­schule und die Erwei­te­rung der Grund­schule (Bauteil A) bilden zusammen mit der dazwischen gespannten Pausen­halle eine neue Adresse an der Selden­eck­straße. Rampe und Treppe erschlie­ßen das gegenüber der Straße erhöht liegende Vertei­ler­pla­teau sehr selbst­ver­ständ­lich. Durch die Anordnung der Baukörper an der südlichen Grund­stücks­grenze wird zwischen Alt- und Neubauten ein großzü­gi­ger Hof aufge­spannt, der aus Sicht der Schul­lei­tung gut zu überschauen ist.
Auch in der Binnen­or­ga­ni­sa­tion der Bauten bietet der Entwurf große Qualitäten. Die nach Süden erweiterte und nun von dem neuen Pausendach aus erschlos­se­ne Grund­schulan­bau bietet im Erdge­schoss als Erwei­te­rung der Verkehrs­flä­che eine kleine Aula.
Da die Erwei­te­rung der Grund­schule wie der Altbau als Einbund konzipiert ist, entstehen freundlich helle Flurzonen.
Die Gemein­schafts­schule organi­siert sich zweige­schos­sig um einen gut propor­tio­nier­ten Innenhof. Im Erdge­schoss sind alle Sonder­flä­chen incl. Mensa organi­siert. Die Teilung und getrennte Zugäng­lich­keit der beiden Speisesäle wirkt selbst­ver­ständ­lich.
Die drei Jahrgangs­stu­fen im Oberge­schoss lassen mit nach außen orien­tier­ten Klassen­räu­men und zum Innenhof orien­tier­ten Zusatz­räu­men sowie erwei­ter­ten Flurflä­chen einen sehr flexiblen und gut organi­sier­ba­ren Lernbe­trieb zu.
Gestal­te­risch wirken die Neubauten als gemein­sa­mer Kontra­punkt zu den Bestands­bau­ten. Die Ausbildung der Fassaden wird von der Jury eher kritisch gesehen, die Vergla­sungs­auf­tei­lung und die angedeu­te­te Verklei­dung der geschlos­se­nen Flächen mit einer Vormaue­rung überzeugt nicht vollstän­dig.
Die Wirtschaft­lich­keits­kenn­zah­len des Entwurfs liegen im mittleren Bereich.
Die vorge­schla­ge­nen Maßnahmen zur Gebäu­de­tech­nik mit Nutzung der Fernwärme sind angemessen und prakti­ka­bel, dazu trägt auch die relativ gut anzubin­den­de Technik­zen­trale im UG der Gemein­schafts­schu­le bei.
Ob die Lüftung und Nachtaus­küh­lung über die mit festste­hen­den Lamellen verklei­de­ten Klappen auch zur Stoßlüf­tung ausreicht wäre noch nachzu­wei­sen.
Insgesamt gibt der Entwurf überzeu­gende Antworten auf die in der Auslobung gestellten Fragen.

 

Die Jury tagte am 26.10.2015 und setzte die Arbeit der OHO Archi­tek­ten aus Stuttgart einstimmig auf Platz 1.

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