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Karlsruhe: Wirtschaftsförderung

Sechs Fragen an Eliane Grislin

 

Seit wann arbeiten Sie in der Wirtschafts­för­de­rung? Was haben Sie vorher gemacht?

Ich bin erst seit einigen Monaten da - seit Februar 2021. Es war ein bisschen schade, dass mein Start genau in jene Zeit fiel, als man sich wegen Corona nicht treffen konnte. Das ist ja nicht so einfach, wenn man irgendwo anfängt, sich um Vernet­zung ­küm­mern soll - dann aber weder die neuen Kollegen noch An­sprech­part­ner in der Wirtschaft persönlich treffen kann. Inzwi­schen habe ich natürlich viele kennen­ge­lernt und finde es sehr spannend.

Ich habe zwei Master-Abschlüsse, bin zweispra­chig aufge­wach­sen und arbeite auch schon lange zweispra­chig und grenz­über­grei­fend. Zuletzt war ich bei einem franzö­si­schen Unter­neh­men, das eine ­Nie­der­las­sung bei Karlsruhe hatte, dort war mein Arbeits­platz. Auch in einigen anderen Berufen habe ich entlang der deutsch-franzö­si­schen Grenze gearbeitet, mal auf der einen Seite der Grenze, mal auf der anderen. Außerdem war ich einige Zeit in der franzö­si­schen Verwaltung beschäf­tigt, beim Depar­te­ment du Bas-Rhin, das ist vergleich­bar mit einem deutschen Re­gie­rungs­prä­si­dium. Ich finde: Koope­ra­tion über Grenzen hinweg, das lernt man nicht - das ist man, das lebt man. Und bei mir ist das so.

 

Was sind Ihre Aufgaben? Und wie sieht ein typischer ­Ar­beit­sall­tag bei Ihnen aus?

Es gibt eigentlich keine typischen Tage. Denn es sind immer neue An­fra­gen, Partner und Themen, die mich beschäf­ti­gen. Ich habe eine halbe Stelle bei der Wirtschafts­för­de­rung. Mindestens einen Tag pro Woche bin ich in Karlsruhe präsent, die übrige Zeit bin ich unterwegs oder arbeite aus meinem Homeoffice im Elsass.

Vernet­zung ist bei mir das ganz große Thema, Vernetzung von Men­schen und Projekten. Ich mache sozusagen die Brücke: beispiels­weise wenn ein franzö­si­sches Unter­neh­men anfragt und Kon­takt sucht zu deutschen Firmen und Netzwerken. Ich kümme­re ­mich darum, dass die Netzwerke auf beiden Seiten der Grenzen ein­an­der kennen­ler­nen, denn sie haben so viele gemein­sa­me The­men. Innerhalb der Wirtschafts­för­de­rung kooperiere ich mit et­li­chen Kollegen. Das Ziel ist es ja, dass ich einge­bun­den werde, wann immer ein Projekt in irgend­ei­ner Form mit Frank­reich zu tun hat.

Zu meinen Aufgaben gehört es außerdem, mich um den Pamina-Businessclub zu kümmern, dessen Inter­netseite zu pflegen, Part­ner­schaf­ten zu gestalten und auszubauen, Delega­tio­nen ­per­sön­lich oder virtuell zu betreuen.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe?

Ich habe eine neue Heraus­for­de­rung gesucht - und genau die habe ich hier gefunden. Ich beschäf­tige mich ja schon viele Jahre mit der deutsch-franzö­si­schen Koope­ra­tion, aber bislang eigent­lich im­mer aus der franzö­si­schen Perspek­tive. Nun wollte ich neue Er­fah­run­gen machen: indem ich nun die deutsche Perspek­ti­ve ein­nehme, mit deutschen Firmen arbeite, mit deutschen Kollegen. So kann ich Neues erfahren.

Tatsäch­lich erlebe ich hier neue Arbeits­me­tho­den. Die Kontak­te ­zwi­schen der Wirtschafts­för­de­rung und den Unter­neh­men sind sehr eng - das habe ich so noch nie erlebt, weder in Frankreich noch in Deutsch­land. Insgesamt gibt es solche engen Vernet­zun­gen wohl we­ni­ger auf der franzö­si­schen Seite.

Sehr spannend sind für mich auch Karlsruhes inter­na­tio­na­le ­Kon­takte. Teammit­glie­der der Wirtschafts­för­de­rung kümmern sich um weltweite Vernetzung, um Indien und Afrika. Für mich kommen da­durch ganz neue Ebenen hinzu, neue Visionen. Aus den Ge­sprä­chen nehme ich immer gute Ideen mit.

Was gefällt Ihnen an Karlsruhe beson­der­s ­gut?

Karlsruhe hat einerseits etwas Gemüt­li­ches. Anderer­seits ist es richtig kosmo­po­li­tisch und sehr innovativ. Man spürt hier in­ten­siv, dass überall Dinge in Bewegung sind, es gibt viel In­no­va­tion, immer ist etwas am Brodeln. Man hat auch stetig das Gefühl, etwas zu entdecken. Das gilt gerade auch für die Kultur - das Angebot ist der Wahnsinn.

Wie sieht ein perfekter Feierabend für Sie aus?

Ich gehe seit vielen Jahren sehr gern in den alten Schlacht­hof. Dort kann man in den Sommer­mo­na­ten schön feiern oder Konzer­te hö­ren. Ich mag auch die Konzerte am Schloss sehr gern.

Welche drei Worte charak­te­ri­sie­ren Sie am besten, welche The­men sind Ihnen wichtig?

Was natürlich jeder gleich merkt: Ich bin franzö­sisch! Aber eben nicht nur, ich denke gern über Grenzen hinweg. Würde es um eine Spei­se­karte gehen, würde ich sagen: das Beste von beiden Seiten, so fein wie in Frankreich und so gut wie in Deutsch­land. Typisch ­für mich ist sicher auch, dass ich eine freund­li­che Einstel­lung habe. Und dass ich lern- und entde­ckungs­freu­dig bin.