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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Franz Schnabel - Der Historiker des freiheitlichen Verfassungsstaates

Ausstel­lung vom 6. Juli bis 6. August 2011
in der Erinne­rungs­stätte Ständehaus

Eine Ausstel­lung der Gedenk­stätte Deutscher Widerstand in Koope­ra­tion mit der Forschungs­stel­le Widerstand gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus im deutschen Südwesten, Univer­si­tät Mannheim

Franz Schnabel, 1887 in Mannheim geboren, lehrte seit 1922 als Historiker an der Techni­schen Hochschule Karlsruhe. Er gehörte zu den wenigen deutschen Histo­ri­kern, die wiederholt ein Bekenntnis zur Weimarer Republik und damit zum freiheit­li­chen Verfas­sungs­staat ablegten. In der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Diktatur sah Schnabel das Gegenbild des Verfas­sungs­staa­tes, der die demokra­ti­schen und rechts­staat­li­chen Tradi­tio­nen deutscher Geschichte verkörpert. Als der deutsche Reichs­kanz­ler Franz von Papen am 20. Juli 1932 die demokra­tisch gewählte preußische Regierung absetzte, warnte Schnabel als einer der ersten ganz entschie­den vor den Gefahren dieses Verfas­sungs­bruchs für die freiheit­li­che Demokratie und wandte sich gegen autoritäre Ordnungs­vor­stel­lun­gen.

1936 betrieben die Natio­nal­so­zia­lis­ten Schnabels Zwangseme­ri­tie­rung. Sie lasteten ihm an, dass er konsequent die Weimarer Republik aus den liberalen Tradi­tio­nen der Revolution von 1848 begründet hatte und nicht das rasse­n­ideo­lo­gisch begründete Weltbild der Natio­nal­so­zia­lis­ten propa­gierte. Seit der Vertrei­bung von seinem Karlsruher Lehrstuhl lebte und arbeitete Schnabel als Publizist in Heidelberg und pflegte dort freund­schaft­li­chen Kontakt mit anderen Kritikern des "Dritten Reiches". Er selbst gehörte nicht zur aktiven Opposition. Sein Eintreten für Grund­rechte, Gewal­ten­tei­lung, Födera­lis­mus, Plura­lis­mus und Indivi­dua­lis­mus befähigte ihn jedoch, der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Weltan­schau­ung zu wider­ste­hen und so ein Zeichen wissen­schaft­li­cher Unbestech­lich­keit und geistiger Unabhän­gig­keit zu setzen.

Der Eintritt in die Ausstel­lung ist frei.


Öffnungs­zei­ten:
Di, Do 10-19 Uhr • Mi, Fr 10-18 Uhr • Sa 10-14 Uhr

 

Porträt von Franz Schnabel. <br />StadtAK 8/PBS oIII 674

Porträt von Franz Schnabel.
StadtAK 8/PBS oIII 674