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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Erinnerung an die Burgfriedenspolitik

DIE AUSSTELLUNG zum Thema „Parlament und Ständehaus im Ersten Weltkrieg“ wurde von Volker Steck vom Stadtarchiv – hier bei einer Führung – konzipiert. Foto: kdm

DIE AUSSTELLUNG zum Thema „Parlament und Ständehaus im Ersten Weltkrieg“ wurde von Volker Steck vom Stadtarchiv – hier bei einer Führung – konzipiert. Foto: kdm


 

Ausstel­lung beschäf­tigt sich mit dem Thema "Parlament und Ständehaus im Ersten Weltkrieg"

kdm. So manches Ausstel­lungs­stück fand auf doch etwas ungewöhn­li­che Art und Weise den Weg ins Ständehaus. Volker Steck vom Stadt­ar­chiv deutet in diesem Zusam­men­hang auf ein Plakat, das die Überschrift "bunter Kriegs­bil­der­bo­gen" trägt. Darauf ist Ludwig Frank, einer der führenden badischen Sozial­de­mo­kra­ten seiner Zeit, zu sehen. Hinter dem Namen steht ein Kreuz. Wenige Wochen nach dem Beginn des Ersten Weltkrie­ges fiel der sozial­de­mo­kra­ti­sche Landtags­ab­ge­ord­nete. Das Erinne­rungs­pla­kat - "es kostete damals 20 Pfennig" - habe er über eBay erstanden, verrät Steck.

Nun ist es Teil der Ausstel­lung "Parlament und Stände­haus im Ersten Weltkrieg", die gestern ihre Pforten öffnete. Konzipiert wurde die Geschichts­schau von Steck. Auf 13 grafisch und inhaltlich gut aufbe­rei­te­ten Tafeln wird die Geschichte des Stände­hau­ses, in dem mehr oder weniger regelmäßig der badischen Landtag zusammen kam, während des Ersten Weltkrie­ges beleuchtet.

Die Ausstel­lung selbst ist chrono­lo­gisch aufgebaut. Sie beginnt 1914 und führt durch die weiteren Kriegs­jahre. Der regionale Blick auf den Weltkrieg - eben dass der Fokus aufs Ständehaus gerichtet wird - ist eine Stärke der Ausstel­lung. Schlag­lich­ter fallen dabei auf Themen­be­rei­che wie beispiels­weise die "Burg­frie­dens­po­li­tik". Daran, erklärt Steck bei einem Rundgang durch den Ausstel­lungs­raum, haben sich auch die badischen Landtags­ab­ge­ord­ne­ten gehalten. Unmit­tel­bar vor Kriegs­aus­bruch seien allen Bedenken gegen den Krieg oder genauso innen­po­li­ti­sche Konflikte hinten angestellt worden. Wenige Male kam der Landtag zwischen 1914 und 1918 zusammen. 1917, viele Menschen waren des Krieges müde, gab es direkte Reform­vor­stöße der SPD. Aber auch das verpuffte zunächst in den Kriegs­wir­ren, wie die Ausstel­lung zu erzählen weiß.

Und dann kam das Jahr 1918. "Für Baden ein ganz beson­de­res Jahr", berichtet Steck und verweist auf die entspre­chen­de Ausstel­lungs­ta­fel. Die Geburts­stunde der badischen Verfassung jährte sich zum 100. Mal. Im Ständehaus lud der Landtag zur zentralen Feier ein. Wenige Monate später, der Krieg war zu Ende, wurde der Landtag und die badische Verfassung - und damit die Monarchie - aufgelöst. Auch darüber informiert die Ausstel­lung in Bild und Schrift.

Daneben widmet sich der histo­ri­sche Exkurs Personen wie Ludwig Frank und Prinz Max von Baden. In weiteren Ausstel­lungs­ka­pi­teln geht es um die Nutzung des Stände­hau­ses: mal als Parla­ments­ge­bäude, mal als Goldan­kaufstelle oder als Nähstube fürs Rote Kreuz.

Badische Neueste Nachrich­ten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 26.06.2014

 

Service

Die Ausstel­lung im zweiten Unter­ge­schoss der Erinne­rungs­stätte Ständehaus (Zugang über die Stadt­bi­blio­thek) ist bis 25. Oktober dienstags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr zu sehen sowie samstags von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.