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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Mannheim - Izieu - Auschwitz

Eine deutsch-franzö­si­sche Ausstel­lung
28. Januar bis 27. März 2010 in der Erinne­rungs­stätte Ständehaus

Schüle­rin­nen und Schüler aus Mannheim und Lyon suchten gemeinsam nach Spuren von vier 1940 aus Mannheim verschlepp­ten jüdischen Kindern. Dabei wurden sie vom Stadt­ar­chiv Mannheim und der Gedenk­stätte "Maison d'Izieu" unter­stützt. Letzteres übernahm die Organi­sa­tion und Koordi­na­tion des gesamten Projekts, aus dem eine Ausstel­lung entstand.

Die Ausstel­lung verfolgt den Lebensweg der vier jüdischen Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren, Sami Adels­hei­mer, Max Leiner, Fritz Löbmann und Otto Wertheimer. Sie zeigt ihr alltäg­li­ches Leben und das ihrer Familien in Mannheim vor 1933 sowie während der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Ferner wird ihre Ausweisung und Depor­ta­tion ins franzö­si­sche Inter­nie­rungs­la­ger Gurs am 22. und 23. Oktober 1940 darge­stellt.

Die Inter­nie­rung in Frankreich wird vor dem Hinter­grund der antise­mi­ti­schen Politik und Kolla­bo­ra­tion des Vichy-Regimes betrachtet. Im Besonderen wird dabei auf die Lager Gurs und Rivesaltes, in denen die Kinder interniert waren, einge­gan­gen.
Als im Sommer 1942 die Vichy-Regierung beabsich­tigt, auch jüdische Kinder unter 16 Jahren zu depor­tie­ren, bemüht sich das Kinder­hilfs­werk O.S.E. um ihre Rettung und errichtet ein entspre­chen­des Netzwerk. In dessen Rahmen finden Sami, Max, Fritz und Otto wie auch andere Kinder, getrennt von ihren bereits depor­tier­ten Eltern, im Haus von Izieu ein neues Zuhause, wo seit Mai 1943 ein Kinderheim besteht.
Nach ihrer Festnahme am 6. April 1944 werden die vier Kinder ins Durch­gangs­la­ger Drancy bei Paris gebracht. Von dort aus erfolgt ihre Depor­ta­tion nach Auschwitz, wo sie ermordet werden.

Die deutsch-franzö­si­sche Ausstel­lung endet mit Eindrücken und Refle­xio­nen der Schüler/in­nen während ihrer gemein­sa­men Spuren­su­che und Erinne­rungs­ar­beit.