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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Online-Einblick: Charleston und Gleichschritt - Karlsruhe in der Weimarer Republik

1 - Politik

Auch in Karlsruhe waren nach dem Ende der Monarchie bei weiten ­Tei­len der Bevöl­ke­rung große Hoffnungen mit der Einführung einer ­de­mo­kra­ti­schen Staatsform verbunden. Die Wahlen zur Badischen am 5. Januar und zur Deutschen Natio­nal­ver­samm­lung am 19. Januar 1919 endeten mit einem deutlichen Sieg der demokra­ti­schen ­Par­teien der Weimarer Koalition aus SPD, DDP und Zentrum, die zu­sam­men jeweils rund 90 Prozent der Stimmen erhielten. Diese ­Ko­ali­tion prägte bis 1929 Politik und Wahlen trotz einer ­zu­rück­ge­hen­den Wähler­un­ter­stüt­zung.


Die Wahlplakate der Weimarer Republik sind häufig gekennzeichnet durch eine intensive Bildsprache

Die Wahlplakate der Weimarer Republik sind häufig gekennzeichnet durch eine intensive Bildsprache


Wahlplakate im Bereich Politik

Wahlplakate im Bereich Politik



Die Krisen im ersten Jahrfünft der Weimarer Republik mit den Be­dro­hun­gen von links durch die Ausrufung der Rätere­pu­blik 1919 und massiver von rechts durch den Kapp-Putsch 1920, die po­li­ti­schen Morde an Erzberger und Rathenau 1921/22 sowie den Hit­ler­putsch 1923 wurden gemeistert und führten zu keiner an­hal­ten­den Desta­bi­li­sie­rung der politi­schen Verhält­nisse. Die 1918 von dem revolu­tio­nären Arbeiter- und Solda­ten­rat an­ge­kün­digte "neue Zeit der Freiheit" schien Bestand zu haben.


Auf das neu geschaffene Fürsorgeamt kamen immense Aufgaben zu.

Auf das neu geschaffene Fürsorgeamt kamen immense Aufgaben zu.


Porträtbüste von Oberbürgermeister Julius Finter (1872-1941) von Otto Feist (Leihgabe Städtische Galerie Karlsruhe)

Porträtbüste von Oberbürgermeister Julius Finter (1872-1941) von Otto Feist (Leihgabe Städtische Galerie Karlsruhe)



Der auch in Karlsruhe schon früh deutlich erkenn­ba­re An­ti­se­mi­tis­mus nicht nur im völkischen Lager, sondern auch bei den Konser­va­ti­ven der DNVP, wies auf die Bedrohung von rechts hin, die zum Aufstieg der NSDAP und schließ­lich zum Unter­gang ­der Weimarer Republik führte. Ausgangs­punkt dieser Entwick­lung war die Landtags­wahl 1929. Nun kam es unter dem Eindruck der Welt­wirt­schafts­krise zu einer zuneh­men­den Radika­li­sie­rung der po­li­ti­schen Ausein­an­der­set­zung im Badischen Landtag, im Rathaus und vor allem auf der Straße.


Nach dem Einzug der Nationalsozialisten in den Badischen Landtag und die Stadtverordnetenversammlung (Bild rechts von der Rathausschlacht 1931) in der Endphase der Weimarer Republik kam es immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Nach dem Einzug der Nationalsozialisten in den Badischen Landtag und die Stadtverordnetenversammlung (Bild rechts von der Rathausschlacht 1931) in der Endphase der Weimarer Republik kam es immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.


In der Weimarer Republik durften erstmals auch Frauen wählen.  Zu den ersten Parlamentariern in Deutschland gehörten die Karlsruherinnen Kunigunde Fischer (SPD) und Clara Siebert (Zentrum).

In der Weimarer Republik durften erstmals auch Frauen wählen. Zu den ersten Parlamentariern in Deutschland gehörten die Karlsruherinnen Kunigunde Fischer (SPD) und Clara Siebert (Zentrum).


zum Ausstellungsbereich 2 - Alltag und Gesellschaft