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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Online-Einblick: Charleston und Gleichschritt - Karlsruhe in der Weimarer Republik

2 - Alltag und Gesell­schaft

Auf das tägliche Leben der Menschen in Karlsruhe wirkten sich ­ver­schie­dene Verän­de­run­gen und Neuerungen aus. Der neu ein­ge­führte Acht-Stunden-Tag brachte vielen Berufs­tä­ti­gen mehr Frei­zeit, wovon auch die Vereine profi­tier­ten. Vor allem die S­port­ver­eine - und hier besonders die Fußball­ver­eine - nahmen ei­nen enormen Aufschwung.


Charlestonkleid im Bereich Alltag und Gesellschaft (Leihgabe des Kurpfälzischen Museums Heidelberg / Textilsammlung Max Berk)

Charlestonkleid im Bereich Alltag und Gesellschaft (Leihgabe des Kurpfälzischen Museums Heidelberg / Textilsammlung Max Berk)


Mode der 1920er-Jahre (Leihgaben des Kurpfälzischen Museums Heidelberg / Textilsammlung Max Berk)

Mode der 1920er-Jahre (Leihgaben des Kurpfälzischen Museums Heidelberg / Textilsammlung Max Berk)



Quoitennis, ein Vorläufer des Ringtennis (Leihgabe von Gernot Horn, Karlsruhe)

Quoitennis, ein Vorläufer des Ringtennis (Leihgabe von Gernot Horn, Karlsruhe)



Die Zahl der Haushalte mit Stroman­schluss stieg stark an. Wer es sich leisten konnte, kaufte sich elektri­sche Geräte wie Staub­sau­ger oder Platten­spie­ler. Mit dem Rundfunk entstand 1923 ein gänzlich neues Medium, das ebenfalls schnelle Verbrei­tung fand. Schall­plat­ten und Radio trugen zusätzlich zur Bekannt­heit ­der neuen Musik- und Tanzstile wie Jazz und Charleston bei, die sich in den 1920er-Jahren auch in Karlsruhe zuneh­men­der ­Be­liebt­heit erfreuten.


Radio und Staubsauger im Bereich Alltag und Gesellschaft (Leihgaben des Technoseum, Mannheim)

Radio und Staubsauger im Bereich Alltag und Gesellschaft (Leihgaben des Technoseum, Mannheim)



Immer mehr Frauen übten einen Beruf aus und stellten damit die tra­di­tio­nelle Rollen­ver­tei­lung zwischen Mann und Frau in Frage. Die Frauenmode spiegelte diese Verän­de­run­gen: Sowohl die Kleider als auch die Haare wurden kürzer.

Aller­dings setzten sich viele der genannten Verän­de­run­gen und Neue­run­gen nur allmählich oder teilweise durch - oder lösten ­Kri­tik und Widerstand aus. So blieben die Aufstiegschan­cen ­be­rufs­tä­ti­ger Frauen begrenzt. In Zeiten wirtschaft­li­cher Krisen wurde sogar versucht, Frauen aus dem Erwerbs­le­ben zu drängen. Die neuen Musik- und Tanzstile stießen auf ebenso viel Zuspruch wie Missbil­li­gung. Den Aufbrüchen standen somit immer wieder die Be­har­rungs­kräfte tradi­tio­nel­ler Wertvor­stel­lun­gen entgegen.


Blick in den Bereich Alltag und Gesellschaft

Blick in den Bereich Alltag und Gesellschaft



zum Ausstellungsbereich 3 - Wirtschaft und Soziales