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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Weite Welt im Kaufhaus Knopf

Ausstel­lung im Stadt­mu­seum über die Warenhaus-Dynas­tie und ihr Stammhaus

Kauften die Menschen erst bei Handwer­kern und auf Märkten, entstan­den um die 1850er längs der neuen Eisen­bahn­li­ni­en ­Ko­lo­ni­al­wa­ren­lä­den und Ende des Jahrhun­derts Kaufhäuser. Badens ­Lan­des­haupt­stadt war dank Familie Knopf vorne mit dabei. Davon ­zeugt bis 26. Februar im Stadt­mu­seum, Karlstraße 10, die Aus­stel­lung "Waren.Haus.Geschichte. Die Knopf-Dynastie und Karls­ru­he". Die weitver­zweigte jüdische Familie, über deren ­Nie­der­las­sun­gen, Pariser Vorbilder, (Jugend­stil-)Archi­tek­tu­ren und Angebote, Schicksale, Privat­häu­ser und mehr Kurator Bernd ­Ser­ger aus Freiburg rund 40 Ausstel­lungs­ta­feln seiner Wan­deraus­stel­lung beisteu­erte, darunter eigens recher­chierte für Karls­ruhe, hatte hier 1881 als kleines Textil­ge­schäft ihr Stamm­haus gegründet. Dann ging es Schlag auf Schlag: Bruder ­Mo­ritz eröffnete 1882 in Straßburg, Sally 1887 in Freiburg und 1895 in Lörrach, Albert 1893 in der Züricher Bahnhofs­s­traße. Ab 1933 zwang das NS-Regime die Familie, ihre deutschen Filia­len weit unter Wert zu verkaufen, darunter die in Karlsruhe. Fast allen gelang die Flucht in die USA, woher nun zur Eröff­nung Nach­fah­ren wie Familie Stern, Tom Hamm, zudem Michel Meyers aus Brüs­sel und Familie Rügländer aus Luzern anreisten. Insge­sam­t ­be­saß die Dynastie bis zur Schließung der Basler Dependance 1978 über 80 Häuser. Im Stadt­mu­seum liegt der Fokus auf der Ent­wick­lung des Stamm­hau­ses, auch unter den Nachfol­ge­fir­men Höl­scher und Karstadt. Zu sehen sind aus dem opulenten Sorti­ment ­der Zwanziger und Dreißiger etwa Spielzeug wie Rasseln oder ­Pup­pen­ge­schirr, aber auch eine pracht­volle Kasse von 1911, Figurinen, drapiert mit Stoffen, Vitrinen mit Weißwäsche, Büsten mit Kinder­klei­dung, ein Charleston-Tanzkleid, Silber­ge­schirr (www.karlsruhe.de/b1/­stadt­ge­schich­te/­stadt­mu­se­um/knopf.de). -cal-

Badische Neueste Nachrich­ten | DER KURIER - Karlsruhe | Stadt­Kul­tur | 23.09.2016

 

IN DER SPIELZEUGABTEILUNG fand sich dieser Kaufladen, davor bei der Eröffnung Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (rechts) und der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Peter Pretsch. Foto: MMG

IN DER SPIELZEUGABTEILUNG fand sich dieser Kaufladen, davor bei der Eröffnung Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (rechts) und der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Peter Pretsch. Foto: MMG