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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Bürgermeister Roman als "Objekt des Monats"

Stadt­mu­seum zeigt Porträt aus dem 18. Jahr­hun­dert

me. Stattlich sieht er aus, der fünfte Bürger­meis­ter der Stadt­ ­Karls­ruhe: Johannes Cornelius Roman, der das Amt von 1738 bis 1744 ausübte, ist auf dem Gemälde mit roter Weste, schwar­zem ­Über­rock, weißem Spitzen­pla­stron und der damals üblichen Perücke ­ab­ge­bil­det. Dieses Porträt, das sich erst seit kurzer Zeit im Besitz des Stadt­mu­se­ums befindet, ist das Objekt des Monats. "Dieses Gemälde ist das erste und einzige Porträt eines ­Karls­ru­her Bürger­meis­ters aus dem 18. Jahrhun­dert, das in unserem Besitz ist", sagt Stadt­ar­chiv­lei­ter Ernst Otto ­Bräun­che.
Das Porträt ist in der Abteilung über das 18. Jahrhun­der­t ­aus­ge­stellt und befindet sich direkt neben einem Modell, welches ­den Karlsruher Marktplatz des Jahres 1728 darstellt. Das Modell ­zeigt die Konkor­dien­kir­che und das Rathaus, den Arbeits­platz von Bür­ger­meis­ter Roman. "Wir haben aus dieser Zeit wenig Ak­ten­über­lie­fe­rung, wissen aber, dass sich Roman, der aus dem Dur­la­cher Bürgertum stammte, den Unmut des Stadtrats zuzog, weil er ein Bauvor­ha­ben verzö­ger­te", berichtet Bräunche. "Daher musste er 1744 aus dem Amt scheiden."
Das Origi­nal­ge­mälde wurde um 1745 vom badischen Hofmaler Philipp Hein­rich Kisling gemalt, die Kopie, die nun im Stadt­mu­seum zu sehen ist, stammt aus dem 19. Jahrhun­dert. "Dieses Bild war be­reits im vergan­ge­nen Jahr in Karlsruhe zu sehen, als wir 300 Jahre Stadt­ver­wal­tung und Stadtrat feierten", meint ­Bür­ger­meis­ter Albert Käuflein und weist darauf hin, dass ­Stadt­mu­seum, Stadt­ar­chiv und Pfinz­gau­museum regel­mä­ßig ­aus­ge­wählte Exponate besonders hervor­he­ben. "Bisher gab es bereits 50 Objekte des Monats", so Käuflein.
"Dieses Bild von Bürger­meis­ter Roman hing 50 Jahre in unserem Wohn­zim­mer", erklärt Joachim Devrient aus Saalfeld in Thüringen. Er hatte das Bild im vergan­ge­nen Jahr als Leihgabe zur Verfü­gung ­ge­stellt und es nun an das Stadt­mu­seum veräußert. "Dieses Bild ­ge­hört ins Museum nach Karlsruhe", sagt Devrient und erklärt die Be­zie­hung der Familien Roman und Devrient: Devri­ent­s Ur­ur­groß­va­ter war Eduard Devrient, General­in­ten­dant des Ba­di­schen Hofthea­ters. "Sein Sohn Otto, mein Urgroß­va­ter, war mit Marie Roman, einer Nachfahrin von Bürger­meis­ter Roman, verhei­ra­tet", so Devrient. Wie das Origi­nal­por­trät - es wurde vor zehn Jahren im Elternhaus von Devrient gefunden - und die Kopie aus dem 19. Jahrhun­dert in den Besitz der Familie ­ge­lang­ten, wisse heute niemand, meint Devrient. Und eines Tages­ ­könnte auch das Origi­nal­por­trät in Karlsruhe hängen, erwägt er.

Badische Neueste Nachrich­ten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 15.01.2019

 

DAS PORTRÄT von Bürgermeister Johannes Cornelius Roman wurde von Hofmaler Kisling geschaffen und wird von Jacqueline Berl betrachtet. Foto: jodo

DAS PORTRÄT von Bürgermeister Johannes Cornelius Roman wurde von Hofmaler Kisling geschaffen und wird von Jacqueline Berl betrachtet. Foto: jodo