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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Die Heilige Barbara hat ihre Aufgabe erledigt

DIE HEILIGE BARBARA ist nun im Museum zu bestaunen: Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle überreicht die Figur, die noch bis März 2016 Teil einer Sonderausstellung ist, an Oberbürgermeister Frank Mentrup (rechts) und Ernst Otto Bräunche. Foto: Sandbiller

DIE HEILIGE BARBARA ist nun im Museum zu bestaunen: Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle überreicht die Figur, die noch bis März 2016 Teil einer Sonderausstellung ist, an Oberbürgermeister Frank Mentrup (rechts) und Ernst Otto Bräunche. Foto: Sandbiller


 

Bau-Objekte des Stadt­bahn­tun­nels werden im Museum zu Exponaten der Stadt­ge­schichte

Von unserer Mitar­bei­te­rin Martina Erhard
Sie hat ihre Aufgabe wirklich gut erledigt: Die Heilige Barbara, Schutz­pa­tro­nin der Bergleute und Tunnel­bauer, wachte fast ein Jahr lang über die Arbeiter, die den Stadt­bahn­tun­nel voran­trie­ben. Pünktlich zum 4. Dezember, dem Festtag der Heiligen Barbara, bezog die kleine geschnitzte Holzfigur ihr neues Domizil im Stadt­mu­seum. Die frühere Regie­rungs­prä­si­den­tin Gerlinde Hämmerle, die während der Bauphase als Tunnel­pa­tin fungierte, übergab die Figur an Oberbür­ger­meis­ter Frank Mentrup und den Leiter des Instituts für Stadt­ge­schichte, Ernst Otto Bräunche. "Es ist eine absolute Premiere, dass ein Neuzugang in unserer Sammlung direkt in die Ausstel­lung wandert", meinte Bräunche. Die Figur ist seit gestern Bestand­teil der Sonderaus­stel­lung "Genug Gejubelt!? Pleiten, Pech und Glücks­fälle der Stadt­ge­schich­te", die im Stadt­mu­se­um sowie im Pfinz­gau­museum noch bis 27. März zu sehen ist. Wer die Heilige Barbara im Stadt­mu­seum besuchen möchte, kann dies an den Sonntagen vor Weihnach­ten sogar kostenlos tun.

"Es war für mich eine ehrenvolle Aufgabe", so würdigt Gerlinde Hämmerle ihre Rolle als Tunnel­pa­tin, die sie am 25. Oktober 2014, am Tag des "Anschlags­fest" für den Stadt­bahn­tun­nel, übernommen hatte. Damals brachte sie die Figur der Heiligen Barbara an ihren Platz im Tunnel. "Es ist ein schönes Zeichen, dass selbst in Zeiten der Hochtech­no­lo­gie die Heilige Barbara immer noch dazuge­hört", sagte sie.

Die Patin versi­cherte, dass kein Mineur ohne die Heilige Barbara in den Schacht gehen würde. Sie wünsche sich, dass die Figur an ihrem neuen Standort "gehegt und gepflegt" werde. Kasig-Geschäfts­füh­rer Uwe Konrath erläuterte, dass jedes Tunnel­bau­un­ter­neh­men für jeden neuen Tunnel eine spezielle Barbara-Figur schnitzen lasse. "Diese Barbara hat ihre Aufgabe nun erledigt", stellte er fest.

Und Kevin Sternitzke, Volontär im Stadt­mu­seum, berichtete, dass die Arme der Holzfigur immer lose sein müssen, denn "bei jeder Erschüt­te­rung fallen die Arme heraus und warnen so die Bergleute vor drohenden Gefahren".

Neben der Figur der Heiligen Barbara wanderten weitere Exponate aus dem Tunnel direkt in die Ausstel­lung: So stellte zum Beispiel die Karls­ru­her Schie­nenin­fra­struk­tur-Gesell­schaft (Kasig) die Arbeits­klei­dung eines Tunne­l­ar­bei­ters zur Verfügung. Auch ein Teil des Schnei­drads der Tunnel­bohr­ma­schi­ne "Giulia" ist im Museum zu besich­ti­gen. Und natürlich darf auch das Schild nicht fehlen, das mit seinem Text "Glück auf! Gerlinde-Tunnel" am Durlacher Tor auf den Beginn der Tunnel­bau­ar­bei­ten hinge­wie­sen hatte.

Oberbür­ger­meis­ter Frank Mentrup be-zeichnete die Exponate als "wichtige Gegen­stände für die Stadt­ge­schich­te". Sie stünden für das erste und wichtigste Tunnel­pro­jekt in der Karlsruher Innenstadt. "Man kann nur hoffen, dass die weiteren Tunnel­pro­jekte ebenso gut und unfall­frei abgeschlos­sen werden können", so Mentrup.

Museums­chef Bräunche wies auf das neue Sammlungs­kon­zept des Stadt­mu­se­ums hin, bei dem es darum gehe, die Gegenwart stärker zu dokumen­tie­ren. Dieses Sammlungs­kon­zept solle die Basis für ein neues Stadt­mu­seum sein, welches hoffent­lich bald Realität werde.

Badische Neueste Nachrich­ten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 05.12.2015