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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats August bis September 2005

Zylinder eines Lokomo­tiv­füh­rers

Für die Ausstel­lung "Friedrich Eisenlohr und die badische Eisenbahn" wurde dem Stadt­mu­seum aus Privat­be­sitz unlängst der Zylinder eines Lokomo­tiv­füh­rers zur Verfügung gestellt. Er besteht aus Filz und wurde von einer Münchner Hutmach­er­firma herge­stellt. Im Deckel der Hutschach­tel findet sich der Fahrplan der Bahnstre­cke, nach dem sich der Lokomo­tiv­füh­rer zu richten hatte.

In der Frühphase der badischen Eisenbahn (1840 - 1854) orien­tierte sich die Unifor­mie­rung der Bahnbe­am­ten noch stark an der Postver­wal­tung. Im Gegensatz zur Unifor­mie­rung von deren Bediens­te­ten, schlossen die Eisen­bah­ner ihren Uniform­rock aber mit Knöpfen, die statt eines Posthor­nes eine kleine Lokomotive zeigten. Auch die Kutscher der sogenann­ten "Omni­bus­se" der Post trugen Zylinder. Zeitge­nös­si­sche Litho­gra­phien stellen die Lokomo­tiv­füh­rer häufig mit Zylinder im damals noch offenen Führer­stand ihrer Lokomotive dar, so auch unser Bild, das einen beim Rüppurrer Tor in die Stadt einfah­ren­den Zug um 1845 zeigt.

Dass die Bauweise der Lokomo­ti­ven für die Zugführer nicht gesund war, dokumen­tiert das Schicksal des Vaters von Carl Benz. Johann Georg Benz starb 1846 an einer Lungen­ent­zün­dung, die er sich im offenen Führer­stand seiner Lokomotive zugezogen hatte, und machte damit seinen Sohn, den später so berühmten Automo­bil­kon­struk­teur, zum Halbwaisen.

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


Zylinder


 
 

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