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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2013

Produkte der Kosme­ti­kreihe Divinia

Die gezeigten Produkte stammen aus dem Angebot der Karlsruher Parfümerie und Toilet­ten­sei­fen­fa­brik F. Wolff & Sohn. Auf der Weltaus­stel­lung in St. Louis 1904 wurde die Serie bereits mit dem Grand Prix ausge­zeich­net. Weite Verbrei­tung erlangte sie aber erst durch die Weltaus­stel­lung in Paris 1914. Von da an gehörte Divinia über 20 Jahre zu den Verkaufs­schla­gern der Firma. Die Produkte von Wolff & Sohn fanden zu dieser Zeit bereits weltweite Verbrei­tung, der Betrieb war mit über 1200 Mitar­bei­tern der größte Kosme­tik­her­stel­ler in Deutsch­land und gehörte auch inter­na­tio­nal zu den Branchen­füh­rern.

Bereits 1843 wurde dem Friseur Gottlob Friedrich Wolff die Geneh­mi­gung zur Fabri­ka­tion von Kosmetika erteilt. Die nötigen Kenntnisse hatte er sich durch den Besuch von Vorle­sun­gen in der damals gerade erst entstan­de­nen Fachschule für Chemie am Karlsruher Polytech­ni­kum angeeignet. Als sein Sohn Friedrich seine Ausbildung im südfran­zö­si­schen Grasse, dem Eldorado der Parfum­her­stel­lung, beendet hatte trat er in die Firma seines Vaters ein, die nun den Namens­zu­satz F. Wolff & Sohn erhielt.

Ein wichtiger Schritt zum Erfolg der Firma war die Entwick­lung der Pflege­se­rie Kaloderma, die um 1860 auf den Markt kam und den Weltruf der Firma begründete. Grund­le­gend hierfür waren die für diese Zeit ungewöhn­lich weit reichenden Auslands­be­zie­hun­gen von Wolff & Sohn, die stetig weiter entwickelt wurden. Diese inter­na­tio­nale Vernetzung, die hohe Qualität der Produkte, ihre künst­le­ri­sche Präsen­ta­tion und die beständig steigende Nachfrage nach Körper­pfle­ge­pro­duk­ten insbe­son­dere durch das aufstre­bende Bürgertum bildeten die Basis für den Aufstieg der Firma zu Weltgel­tung. 1891 konnte die Produktion an die Durlacher Allee verlegt werden, wo auf 120.000 qm bis 1895 nach Plänen von Hermann Walder ein neues Fabri­ka­real entstand. Die Gebäude an der Durlacher Allee stehen heute unter Denkmal­schutz und dienen der Landes­po­li­zei­di­rek­tion als Sitz.

Anfang der 1970er-Jahre erwarb die Hamburger Firma Schwarz­kopf die Mehrheits­an­teile des in die Krise geratenen Konzerns und zum 31. Dezember 1973 wurde die Produktion in der Karlsruher Oststadt schließ­lich einge­stellt.

Meinrad Welker M.A.

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.

Stadtmuseum Karlsruhe 2012/065, 225, 239, 249, 253 und 269

Stadtmuseum Karlsruhe 2012/065, 225, 239, 249, 253 und 269


 
 

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