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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Januar bis März 2010

Wohnzimmereinrichtung aus der Königsberger Straße 17c, um 1960

Die schreck­li­chen Kriegs­jahre waren vorüber, die Trümmer beiseite geräumt und nach Jahren der Entbeh­rung begannen die Menschen positiv in die Zukunft zu blicken - es sollte aufwärts gehen. Das größte Problem in der Zeit nach 1945 war die Wohnungs­not, denn die Stadt war von Zerstörung gezeichnet.

Der damalige Karlsruher Oberbür­ger­meis­ter Günter Klotz suchte zusammen mit Archi­tek­ten und Stadt­pla­nern Möglich­kei­ten, Bauflächen zu erschlie­ßen. Im Jahr 1955 wurde dem Karlsruher Gemein­de­rat der Plan zur Bebauung der Nordost­stadt vorgelegt, der Wohnraum für 15.000 Bürge­rin­nen und Bürgern bot. 1957 begann mit dem ersten Spaten­stich der Ausbau der Traban­ten­stadt "Wald­stadt". Ein völlig neues Wohngebiet für bisher nur notdürf­tig unter­ge­brachte Familien entstand. Fast alle hatten nun Arbeit und waren in der Lage, ihr Umfeld neu zu gestalten. Eine neue Wohn- und Esskultur bestimmte die Freizeit: Schon bald gab's die ersten Wasch­ma­schi­nen mit Trocken­schleu­der, der Fernseh­ap­pa­rat und die Musik­tru­hen waren in fast jedem Haushalt vorhanden.

Diese für die damalige Zeit typische Wohnzim­mer­ein­rich­tung stand ehemals in der Waldstadt, Königs­ber­ger Straße 17c. Die Möbel der 1960er Jahre waren auf Funktio­na­li­tät ausge­rich­tet, d. h. keine sinnlosen Verzie­run­gen oder Schnörkel, das dreisit­zige Sofa war auszu­zie­hen und somit auch als Schlaf­couch zu nutzen. Radio und Schall­plat­ten­spie­ler - hier in einer so genannten "Musik­tru­he" vereint - sowie der Fernseh­ap­pa­rat brachten Kultur und Unter­hal­tung ins Haus. Der Nieren­tisch, die tulpen­för­mige Stehlampe sowie der mehrstu­fige Topfblu­men­stän­der sind den 1950er-Jahren zuzuordnen. Auch der Schrank mit der Uhr und der Keramik­vase stammen aus dieser Zeit. Typisch, speziell für Karlsruher, sind die Keramik­ka­cheln und das berühmte Bambi, das in der Karlsruher Majoli­ka­ma­nu­fak­tur gefertigt wurde. Die Saftgläser mit Saftka­raffe, die Schnaps­gläs­chen sowie die Weinbrand-Schwenker wurden meistens als halbes Dutzend im dazuge­hö­ri­gen Ständer aufbewahrt - Ordnung musste sein. Über die neueste Mode zum Kaufen oder auch zum selbst Schneidern infor­mier­te der "Bader-Katalog".

Sigrun Bertram

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


StadtAK 8/Alben 337/54

StadtAK 8/Alben 337/54


 
 

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