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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats April bis Juni 2008

Einrich­tung des Trauzim­mers im Karls­ru­her Rathaus

Nach der Einführung der Zivilehe im Jahre 1875 brauchte man einen würdigen Rahmen für die standes­amt­li­che Trauung. Kurz vor der Jahrhun­dert­wende wurde der Direktor der Karls­ru­her Kunst­ge­wer­be­schule Hermann Götz damit beauftragt, die Einrich­tung für ein Trauzimmer im Rathaus zu entwerfen, nachdem man sich bis dahin mit Provi­so­rien beholfen hatte. Götz entwarf die Innen­ar­chi­tek­tur im Stil des Histo­ris­mus mit Anklängen an den begin­nen­den Jugendstil. Vor seiner Einrich­tung im Rathaus wurde das Trauzimmer 1900 auf der Weltaus­stel­lung in Paris gezeigt und dort mit einer Goldme­daille prämiert. Darauf erfüllte es seine ihm zugedachte Funktion bis zur Zerstörung des Rathauses durch Bomben im Zweiten Weltkrieg.

Zahlreiche Karlsruher Ehepaare wurden hier getraut, die ausge­stell­ten Teile des Trauzim­mers konnten 1944 vor der Zerstörung gerettet werden und wurden bis in die sechziger Jahre im Haus Solms verwendet. Das Majolika-Relief mit dem Engel und der Inschrift "SEMPER" schmückte ehemals das Eingangs­por­tal des Trauzim­mers im Karlsruher Rathaus. Es wurde von Carl Kornhas entworfen. Das Traupult aus Nussbaum mit Intarsien fertigte die Karlsruher Möbel­schrei­ne­rei Himmel­he­ber an.

Dr. Peter Pretsch

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


Traupult



Traurelief