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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2005

Laufma­schine des Freiherrn von Drais

Das Exponat stammt aus dem Nachlaß des Erfinders, der 1851 in Karlsruhe gestorben ist. Es handelt sich um eines der ganz seltenen originalen Zweiräder, die nach Drais' Angaben gebaut wurden und heute noch erhalten sind. 1817 stellte Drais den Prototyp des modernen Fahrrads erstmals der Öffent­lich­keit vor. So bewies er etwa zwischen Gernsbach und Baden-Baden(­die­ses Jahr Strecken­ab­schnitt der Tour de France) die Bergtaug­lich­keit seiner Laufma­schine. Dies wurde im Wochen­blatt der Stadt Baden-Baden damals folgen­der­ma­ßen beschrie­ben:

"Der Freiherr von Drais, welcher nach glaub­wür­di­gen Zeugnissen, Donnerstag, den 12. Juni d. J. mit der neuesten Gattung der von ihm erfundenen Fahrma­schi­nen ohne Pferd von Mannheim bis an das Schwet­zin­ger Rebenhaus und wieder zurück, also 4 Poststun­den Wegs in einer Stunde Zeit gefahren ist, hat mit der nemlichen Maschine den steilen zwei Stunden betra­gen­den Gebirgsweg von Gernsbach hieher in ungefähr einer Stunde zurück­ge­legt und auch hier mehrere Kunst­lieb­ha­ber von der großen Schnel­lig­keit dieser sehr inter­essan­ten Fahrma­schine überzeugt. Die Hauptidee ist von dem Schlitt­schuh­fah­ren genommen und besteht in dem einfachen Gedanken, einen Sitz auf Rädern mit den Füssen fortzu­sto­ßen..."

Die Karlsruher Laufma­schine hat dem Erfinder noch in seinen späten Lebens­jah­ren für Vorfüh­run­gen gedient. Die Weiter­ent­wick­lung zum Fahrrad mit Pedalen und Ketten­an­trieb vollzog sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts in Frankreich und England.

 

Laufmaschine des Stadtmuseums Karlsruhe aus dem Nachlass des Erfinders, vor 1851.

Laufmaschine des Stadtmuseums Karlsruhe aus dem Nachlass des Erfinders, vor 1851.