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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2009

Kaminuhr mit der Statuette Beethovens

Das Objekt besteht aus einem Marmor­so­ckel, die figür­li­che Darstel­lung ist aus Messing bronziert. Auf dem recht­e­cki­gen schwarzen Sockel ist links die Uhr in den Körper einer Trommel einge­bet­tet, umgeben von mehreren Musik­in­stru­men­ten sowie einem Noten­stän­der mit Notenblatt. Das Notenblatt ist überschrie­ben mit "Barca­rolle - Musique de Charles Gounod - 2e couplet".

Hierbei handelt es sich um eines der damals im 18. Jahrhun­dert so beliebten Lieder, wie sie von den Gondo­lie­ri in Venedig gesungen und in den roman­ti­schen Opern einge­setzt wurden. Rechts daneben steht die Figur eines Mannes angelehnt an ein Podest. Dieser Mann ist Ludwig van Beethoven - sehr nachdenk­lich - bekleidet mit einem pelzver­bräm­ten Hausmantel. In der rechten Hand hält er eine Schreib­fe­der, die linke Hand liegt auf einer Schrif­ten­rol­le mit der Aufschrift "L'ORAGE und FIDELIO" - zwei Kompo­si­tio­nen Beethovens - die Klavier­so­nate "Der Sturm" und die Oper "Fidelio".

Der Entwurf dieser Plastik stammt von dem franzö­si­schen Bildhauer Albert Ernest Carrier-Belleuse (1824-1887), Schüler der Pariser École des Beaux-Arts. Büsten in Bronze, Marmor und Terrakotta im Stil der Romantik waren seine Schwer­punkte. Berühmte Künstler wie z. B. Auguste Rodin waren in seiner Werkstatt als Assis­ten­ten tätig. Seine Entwürfe gingen zu kommer­zi­el­len Herstel­lern und gelangten so in den Handel. Bei dieser Arbeit handelt es sich um ein frühes Werk, was an der Signatur zu erkennen ist, da der Künstler nach 1865 mit seinen beiden Vornamen "A. E." signierte.

Wahrschein­lich wurde diese Kaminuhr in der Karls­ru­her Filiale der renom­mier­ten Manufaktur Christofle gefertigt. 1875 wurde sie dem schei­den­den Hofka­pell­meis­ter Wilhelm Kalliwoda (1827-1893) als Abschieds­ge­schenk vom gesamten Personal des Hofthea­ters überreicht, da allen seine Vorliebe für Beethoven bekannt war.

Wilhelm Kalliwoda war der Sohn des Donaue­schin­ger Hofka­pell­meis­ters Johann Wenzel Kalliwoda. Zunächst kam er als Dirigent des Kirchen­chors nach Karlsruhe, 1853 wurde er Mitglied des Hofthea­ters und 1866 erster Kapell­meis­ter. Wilhelm Kalliwoda führte hier an der Karlsruher Oper die Tradition der jährlichen Wagner-Auffüh­run­gen ein, die danach von Hermann Levi und vor allem von Felix Mottl fortge­führt wurden und Karlsruhe zu einem "Klein-Bayreuth" machte.

Sigrun Bertram
 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


Kaminuhr


 
 

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