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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2010

Herd und Kinderherd aus Karls­ru­her Produktion


Die beiden Objekte sind Neuer­wer­bun­gen des Stadt­mu­se­ums, die sich durch­ge­hend im Besitz einer Karlsruher Familie befanden. Sie stammen aus der Werkstatt von Eduard Raub. Der Schlosser war seit 1888 in der Goethe­straße ansässig, zunächst im Haus Nummer 5, seit 1894 ist seine Adresse dann mit Goethe­straße 9 angegeben. 1897 oder 1898 machte Raub seinen Meister. Letztmals ist sein Name im Karlsruher Adressbuch von 1928 verzeich­net. In der Inschrift, mit der Raub den Herd gekenn­zeich­net hat, bezeichnet er sich selber als Herd- und Bauschlos­ser. Er hatte sich also offenbar auf die Konstruk­tion von Herden spezia­li­siert.

Bei dem Gebrauchs­herd handelt es sich um einen vergleichs­weise einfachen Kohleherd. Gehobene Produkte waren größer und verfügten über mehr als zwei Kochplat­ten. Man kann sich daher auch vorstellen, dass dieser Herd in einem Arbei­ter­haus­halt gestanden haben könnte. Es ist jedoch unwahr­schein­lich, dass man sich in diesen Schichten auch einen Kinderherd leisten konnte. Für einen bürger­li­chen Haushalt dürfte die Kombi­na­tion der beiden Objekte daher realis­ti­scher sein.

Da sich mit Beginn der 20. Jahrhun­derts Gasherde in den Städten durch­zu­set­zen begannen, kann man annehmen, dass die beiden Objekte spätestens um die Jahrhun­dert­wen­de gefertigt wurden. Die hier vorlie­gen­de Konstruk­ti­ons­weise von Kohleöfen war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts vorherr­schend. Die Brenn­kam­mer des Ofens befindet sich beim hier vorlie­gen­den Modell zwischen der Backröhre und dem so genannte Schiffchen, das zum Erhitzen von Wasser diente. Sie ist durch den Feuerungs­rost unterteilt, so dass das ausge­brannte Material problemlos aus der unteren Hälfte der Kammer entfernt werden konnte. Da die Herdplat­ten aus mehreren lose ineinander liegenden Ringen bestehen, können sie der Größe verschie­de­ner Töpfe angepasst werden.

Meinrad Welker M.A.

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


Kohleherd

Kohleherd


Kinderherd. Fotos: Stadtmuseum

Kinderherd. Fotos: Stadtmuseum


 
 

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