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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2015

Stadtmuseum 2015/093

Stadtmuseum 2015/093



Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.


 

"Markt am Guten­berg­platz in Karlsruhe" von Max Eichin, Öl auf Leinwand, 1928

Die Darstel­lung des Karlsruher Guten­berg­plat­zes gehört zu den seltenen Frühwerken von Max Eichin. Der von 1898 bis 1911 bebaute Platz in der Weststadt wird nicht mit seinem, auch damals für ihn schon typischen Wahrzei­chen, dem "Kraut­kopf­brun­nen" gezeigt, sondern der Maler versucht auf seine ganz spezielle Weise, diesen Platz in einer für ihn typischen Charak­te­ris­tik darzu­stel­len. Er spielt dabei mit Farben und Formen. Der große graue Platz wird durch Markt­stände und ein buntes Treiben zwischen den mehrstö­cki­gen und dennoch freund­li­chen Hausfassa­den belebt. Typisch für Eichin sind dabei das Einfangen von Stimmungen anhand von Farbe und eine detail­ge­treue Darstel­lungs­weise. Das Gemälde vereint Elemente aus Natura­lis­mus und Impres­sio­nis­mus.

Der Maler Max Eichin wurde 1903 in Lörrach geboren. Nach einer Bildhau­er­aus­bil­dung in Basel lebte er ab 1926 in Karlsruhe wo er die Badische Landes­kunst­schule besuchte (1926-30). Das Gemälde entstand während dieser Zeit unter dem Einfluss seiner beiden Lehrer Hermann Goebel und Karl Dillinger. Ab 1933 schloss sich Eichin der Künst­ler­ver­ei­ni­gung Badische Sezession an, die es sich zum Ziel setzte eine Symbiose zwischen tradi­tio­nel­ler badischer Kultur­land­schaft und moderner Malerei herzu­stel­len. Im Jahr 1943 wurde sein Atelier inklusive der meisten seiner Werke in der Bismarck­straße zerstört. Während dieser Zeit befand sich Max Eichin als Soldat an der Ostfront. Nach seiner Kriegs­ge­fan­gen­schaft (1947) schloss er sich der Künstler­gruppe "Der Kreis" an, welche auch heute noch aktiv ist. Er reiste in den 1950er Jahren nach Frankreich, Italien und Spanien, besuchte in den 1960er Jahren Marokko. Fortan zog ihn die marok­ka­ni­sche Wüste in seinen Bann. Er verschrieb sich dem "Wüstenthe­ma" mit all seinen verschie­de­nen Farben, Formen und Licht­spie­ge­lun­gen. Er entdeckte jedoch auch die Bildhaue­rei erneut für sich und fertigte u.a. "Die Wasser­trä­ge­rin" in Ettlingen. Max Eichin starb 1990 in Ettlin­gen­wei­her.

Das Gemälde kam 2015 durch eine Schenkung in die Sammlung des Stadt­mu­se­ums.

Friederike Freuding

 
 

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