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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Oktober bis Dezember 2012

Minia­tur­bild­nis des Lukas Eisele, um 1818

Im Rahmen der derzei­ti­gen Sonderaus­stel­lung über das Dörfle präsen­tiert das Stadt­mu­seum das Minia­tur­por­trät des Tagelöh­ners Lukas Eisele, der in der damaligen Spital­straße 13 ein Haus besaß. Das Bild wurde von seinen Nachkommen als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Es ist in der Technik der Gouache-Malerei entstanden und nur sieben mal sechs Zentimeter groß. Trotzdem hat es einen besonderen stadt­his­to­ri­schen Wert, da es bis jetzt das einzige bekannte Porträt eines Bewohners des Dörfle aus dieser noch recht frühen Zeit ist. Die Einge­mein­dung von "Klein-Karlsruhe" in die badische Residenz­stadt lag ja noch nicht lange zurück.

Nach der Aufschrift auf einem Zettel auf der Rückseite des Bildes ist Eisele 1774 geboren und am 5. März 1850 gestorben. Er ist im ersten Karlsruher Adressbuch von 1818 verzeich­net und erscheint dort bis 1849 unter den Hausbe­sit­zern.

Die Spital­straße, in der Eisele wohnte, wurde Ende des 19. Jahrhun­derts in Markgra­fen­straße umbenannt und war in ihrem östlichen Teil durch die schon im 18. Jahrhun­dert entstan­de­nen einstö­cki­gen Tagelöh­ner­häu­ser geprägt. Endgültig verschwand diese Bebauung mit der Altstadt­sa­nie­rung, durch die die Markgra­fen­stra­ße dort auch einen neuen Verlauf mit mehrstö­cki­gen Wohnh­aus­bau­ten nimmt.

Über Eisele ist neben seinem Wohnort folgendes bekannt: 1812 nahm er als Soldat am Russland­feld­zug Napoleons teil, als Baden im Rheinbund Verbün­de­ter Frank­reichs war. Die teilneh­men­den badischen Truppen­teile wurden allerdings in diesem Krieg fast vollstän­dig aufge­rie­ben, so dass sich Eisele glücklich schätzen konnte, zu den wenigen Heimkeh­rern zu zählen. Angeblich soll er in Russland ein kleines hölzernes Kruzifix bei sich gehabt haben, dass in der Ausstel­lung "Das Dörfle - Altstadt Karlsruhe" im Stadt­mu­seum im Prinz­Max­Pa­lais ebenfalls präsen­tiert wird.

Dr. Peter Pretsch

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.

Objekt des Monats im Stadtmuseum

Objekt des Monats im Stadtmuseum


 
 

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