Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats im Stadtmuseum

Draismedaille 2010



Fotos: Felix Groß

Fotos: Felix Groß



Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.

 

Kunst­me­daille Karl Drais

Anläss­lich des 200. Geburts­ta­ges des Zweirades präsen­tiert das Stadt­mu­seum die Kunst­me­daille "Karl Drais" aus der Me­dail­len­se­rie "Erfinder und Tüftler aus Baden-Württem­berg" als Objekt des Monats. Die Präge­stem­pel der Medaille wurden im Jahr 2010 nach einem Entwurf von Prof. Ulrich Böhme von Graveur Wer­ner Mebert gefertigt und die Medaillen von den Staat­li­chen ­Mün­zen Baden-Württem­berg geprägt. Im selben Jahr wäre der Er­fin­der 225 Jahre alt geworden. Auf der Vorder­seite ist neben ­sei­nem Porträt eine weitere Erfindung des Tüftlers, die Schnell­schreib­ma­schine (Schnell­schreib­cla­vier) abgebildet.

Wie kam es zu dieser Erfindung? Um seinen erblin­den­den Vater zu helfen, weiterhin seiner Arbeit als Oberhof­rich­ter nachgehen zu können, konstru­ierte Freiherr von Drais im Jahr 1821 eine ­me­cha­ni­sche Schreib­hilfe mit 25 fühlbaren Buchsta­ben­tas­ten. Die Ma­schine prägte aus Punkten zusam­men­ge­setzte Buchstaben auf Papier - ähnlich dem Prinzip, wie es der Franzose Louis Braille 1825 entwi­ckelte. Seine Erfindung, auch "Schreib­cla­vier" ­ge­nannt, nahm Drais - wie auch die Laufma­schine - auf seine ­Bra­si­li­en­reise (1822 bis 1827) mit. Beide Erfin­dun­gen führte er der brasi­lia­ni­schen Regierung vor.

Zurück in der Heimat, entwi­ckelte Drais 1831 die Schnell­schreib­ma­schine mit nur noch 16 Buchsta­ben­tas­ten für eine S­te­no­gra­phier­schrift. Sie bestand aus einem hölzernen Kasten, in dessen oberer Fläche mittig viermal vier quadra­ti­sche abwärts­ an­ge­ord­nete Buchsta­ben­tas­ten versenkt waren. Die fehlen­den ­Buch­sta­ben erzeugte man durch das gleich­zei­tige Drücken mehre­rer Tas­ten, wobei die Maschine sitzend zwischen die Beine geklemm­t wurde. Die Mechanik im Inneren ist leider nicht überlie­fert, da weder eine Maschine noch ein Bauplan erhalten geblieben sind. Fest steht jedoch, dass die Prägung der Buchstaben als Sta­chel­schrift auf einen Papier­strei­fen im Inneren stattfand. Der Streifen wurde durch eine außen angebrachte Spule mit Uhr­werk aufgerollt und durch die Schreib­ma­schine gezogen.

Ein Schau­mo­dell der Schnell­schreib­ma­schine ohne Funktion zeigen wir in unserer Sonderaus­stel­lung "Karls­ru­her Heimaten" (23. April bis 29. Oktober 2017) im Stadt­mu­seum im Prinz-Max-Palais.

Die Medaille ist eine Schenkung der Stiftung Hirsch an das Stadt­mu­seum.

Kevin Sternitzke M.A.

 
 
 

Das könnte Sie auch interessieren