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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats April bis Juni 2010

Porträt­ge­mälde von Feodor Dietz - "Carl Sachs, Großher­zog­lich Badischer Garni­sonsau­di­tor 1840"


Mitte des 19. Jahrhun­derts stellten die Soldaten in Karlsruhe ein Fünftel der Stadt­be­völ­ke­rung mit drei Regimen­tern, die in der Stadt statio­niert waren und die Garnison bildeten (Leib­gre­na­diere, Leibdra­go­ner, großher­zog­li­che Artil­le­rie). Das Militär stand in hohem Ansehen bei der Bevöl­ke­rung. Das Porträt des Garni­sonsau­di­tors Carl Sachs mit vergol­de­tem Schmuck­rah­men bringt dies durchaus zum Ausdruck. Das Gemälde stellt ihn im Rang eines badischen Premier-Lieuten­ants mit einem Stern auf den Epaulet­ten und als Portepee­trä­ger dar. Auch bei Sachs erwies sich der Militär­dienst als Sprung­brett für seine spätere Karriere.

Er stammte aus einer alten Karlsruher Offiziers- und Beamten­fa­mi­lie. 1835 wurde er Recht­sprak­ti­kant, 1839 Garni­sonsau­di­tor (Mili­tär­rich­ter) in Karlsruhe, 1841 Auditor in Mannheim, 1844 Amtmann in Lahr, 1853 Stadt­amt­mann in Karlsruhe unter Stadt­amts­di­rek­tor Freiherr von Neubronn. Sachs' Zustän­dig­keit bezog sich auf die Mitte der Stadt zwischen Herren- und Kronen­straße. Das Stadtamt residierte im Karlsruher Rathaus und war Verwal­tungs-, Gerichts- und Polizei­be­hörde. 1857 wurde Sachs zum Oberamts­rich­ter befördert und damit gleich­zei­tig Chef des Stadtamts oder des nunmeh­ri­gen Amtsge­richts. 1864 wechselte er als Kreis­ge­richts­rat zum Kreis­ge­richt in Karlsruhe, das als nächst höhere Instanz für die Städte und Gemeinden im Karlsruher Umland zuständig war. Sachs starb 1873 im Alter von 61 Jahren.

Das Porträt­ge­mälde ist also von stadt­his­to­ri­scher Bedeutung. Es handelt sich um ein reprä­sen­ta­ti­ves Werk von Feodor Dietz, der vor allem als Schlach­ten­ma­ler Ruhm erlangte. Mehrere Histo­ri­en­ge­mälde von seiner Hand besitzt die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe. Zunächst in München tätig, wurde Dietz 1862 als Professor an die Akademie in Karlsruhe berufen. Er starb 1870 während des Frank­reich­feld­zu­ges im Alter von 57 Jahren an einem Herzschlag.

Nach der Neukon­zep­tion des Stadt­mu­se­ums soll das Porträt­ge­mälde auf Dauer ausge­stellt werden und das gesell­schaft­li­che Leben in der badischen Residenz im 19. Jahrhun­dert im Kontext anderer Exponate charak­te­ri­sie­ren. Wir danken der Stiftung Hirsch, die den Ankauf des Gemäldes für das Stadt­mu­seum finan­ziert hat.

Dr. Peter Pretsch

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes Exponat vorge­stellt.

Dieses Objekt wird im jeweiligen Haus präsen­tiert und kann vor Ort angeschaut werden.


Carl Sachs


 
 

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