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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats Januar bis März 2013

Porträt­ge­mälde "Johann Billing"

Der Großvater des bedeu­ten­den Karlsruher Archi­tek­ten Hermann Billing ist hier Pfeife rauchend bei der Lektüre der Karlsruher Zeitung darge­stellt. Johann Billing wurde am 23. Oktober 1806 im Dörfle geboren, wo seine Vorfahren seit mindestens drei Genera­tio­nen als Bauhand­wer­ker und Tagelöhner ihren Lebens­un­ter­halt verdient hatten. Wie sein Vater arbeitete Johann Billing zunächst als Maurer, trat dann aber seit den 1860er-Jahren auch als Bauun­ter­neh­mer in Erschei­nung. So war der Billing­s­che Famili­en­be­trieb 1865 an der Erstbe­bau­ung des Fried­richs­plat­zes beteiligt und bewerk­stel­ligte 1867 den Abbruch des Gotischen Turms im Erbprin­zen­gar­ten.

Wie die Existenz des vorlie­gen­den Ölgemäldes nahe legt, hatte es der Maurer­meis­ter Johann Billing in der Altstadt wohl zu einigem Ansehen und Einfluss gebracht, was sich auch in seinem gesell­schaft­li­chen Engage­ment wider­spie­gelt. Beispiels­weise war er in der evange­li­schen Gemeinde aktiv und setzte sich im Beirat des neu gegrün­de­ten Kinder­gar­tens in der damaligen Durla­chert­hor­straße für eine bessere Erziehung der Armen­kin­der ein.

Johann Billing verbrachte sein ganzes Leben im Dörfle. Nach den Karlsruher Adress­bü­chern wohnte er zunächst in der Durla­chert­hor­straße, ehe er Anfang der 1840er-Jahre in die Zährin­ger­straße 24 zog. Später lebte er dann bis zu seinem Tod am 17. Januar 1883 im Nachbar­haus mit der Nummer 22. Die Firma hatte der älteste Sohn Stefan übernommen, der in den 1880er-Jahren an der Überwöl­bung des Landgra­bens beteiligt war und eine Reihe einfacher Wohnhäuser errichtete.

Wirtschaft­lich weit erfolg­rei­cher war der jüngere Sohn Christian, der 1870 auch die Altstadt verließ und sich mit seiner Familie und seinem kleinen Sohn Hermann in der neu entste­hen­den Südstadt ansiedelte. Er war mit der Tochter des erfolg­rei­chen Glaser­meis­ters Zoller verhei­ra­tet und gründete mit dessen Unter­stüt­zung die Firma Billing & Zoller, die sich zu einem der größten Bauge­schäf­te am Ort entwickeln sollte.

Das Porträt wurde dem Stadt­mu­seum dankens­wer­ter­wei­se aus Privat­be­sitz gestiftet und ist derzeit eine willkom­mene Ergänzung der Sonderaus­stel­lung über das Dörfle.

Meinrad Welker M.A.

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes ­Ex­po­nat vorge­stellt.

Stadtmuseum Karlsruhe 2012/11

Stadtmuseum Karlsruhe 2012/11


 
 

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