Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadtgeschichte

Stadtmuseum: Objekt im Fokus

Laufma­schine des Freiherrn von Drais

Laufmaschine des Stadtmuseums Karlsruhe aus dem Nachlass des Erfinders, vor 1851.

Laufmaschine des Stadtmuseums Karlsruhe aus dem Nachlass des Erfinders, vor 1851.


Das Exponat stammt aus dem Nachlaß des Erfinders, der 1851 in Karls­ruhe gestorben ist. Es handelt sich um eines der ganz ­sel­te­nen originalen Zweiräder, die nach Drais' Angaben gebaut wur­den und heute noch erhalten sind. 1817 stellte Drais den Pro­to­typ des modernen Fahrrads erstmals der Öffent­lich­keit vor. So bewies er etwa zwischen Gernsbach und Baden-Baden(­die­ses Jahr Strecken­ab­schnitt der Tour de France) die Bergtaug­lich­keit seiner Laufma­schine. Dies wurde im Wochen­blatt der Stadt Baden-Baden damals folgen­der­ma­ßen ­be­schrie­ben:

"Der Freiherr von Drais, welcher nach glaub­wür­di­gen ­Zeug­nis­sen, Donnerstag, den 12. Juni d. J. mit der neues­ten ­Gat­tung der von ihm erfundenen Fahrma­schi­nen ohne Pferd von Mann­heim bis an das Schwet­zin­ger Rebenhaus und wieder zurück, also 4 Poststun­den Wegs in einer Stunde Zeit gefahren ist, hat mit der nemlichen Maschine den steilen zwei Stunden ­be­tra­gen­den Gebirgsweg von Gernsbach hieher in ungefähr einer ­Stunde zurück­ge­legt und auch hier mehrere Kunst­lieb­ha­ber von der großen Schnel­lig­keit dieser sehr inter­essan­ten Fahr­ma­schine überzeugt. Die Hauptidee ist von dem Schlitt­schuh­fah­ren genommen und besteht in dem einfa­chen ­Ge­dan­ken, einen Sitz auf Rädern mit den Füssen ­fort­zu­sto­ßen..."

Die Karlsruher Laufma­schine hat dem Erfinder noch in seinen spä­ten Lebens­jah­ren für Vorfüh­run­gen gedient. Die Wei­ter­ent­wick­lung zum Fahrrad mit Pedalen und Ketten­an­trie­b voll­zog sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts in Frank­reich und England.