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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Pressetext: Bewegt euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe

Ausstel­lung im Stadt­mu­seum im Prinz-Max-Palais
27. April bis 14. Oktober 2018

Studen­ten­pro­teste, Minirock und Mao-Bibel - das Jahr 1968 ruft viele Bilder wach und gilt als wichtige Zäsur nicht nur in der deut­schen, sondern in der globalen Geschichte. 1968 steht als Chif­fre für eine Zeit des Umbruchs und gesell­schaft­li­chen Auf­bruchs, fast überall kam es annähernd gleich­zei­tig zu Pro­tes­ten der jüngeren Generation. Aber was war damals ei­gent­lich in Karlsruhe los? Dieser Frage geht eine große ­Son­deraus­stel­lung im Stadt­mu­seum Karlsruhe nach. Die Ausstel­lung ­kon­zen­triert sich allerdings nicht nur auf die eigent­li­che 68er-Bewegung, sondern nimmt vor allem auch ihre Auswir­kun­gen in den Blick.
Demo­kra­tie, Frieden, Antiim­pe­ria­lis­mus und Solida­ri­tät mit den Men­schen in der sogenann­ten "Dritten Welt" waren Ideale, für die die Menschen um 1968 massenhaft auf die Straße gingen. Doch weit über solche konkreten Einzelthe­men und Ideale hinaus, steht 1968 für eine neue - antiau­to­ri­täre - Haltung gegenüber Staat, Politik und Gesell­schaft. Auch wenn die Außer­par­la­men­ta­ri­sche Op­po­si­tion schon Ende der 1960er Jahre zersplit­terte und die ge­wollte Revolution in den westlichen Ländern keinerlei Aussicht hatte, hat 1968 doch nachhaltig gewirkt: Eine Demokra­ti­sie­rung ­der Gesell­schaft voran­zu­trei­ben, politische Entschei­dun­gen "von oben" nicht einfach kritiklos hinzu­neh­men, sondern gegen falsche ­Ziel­set­zun­gen und Unrecht aufzu­ste­hen, Aufklärung zu leisten und letzt­end­lich aus Sicht der Akteu­rin­nen und Akteure zu versuchen, die Welt wenigstens ein Stückweit zu verbessern. Diese Hal­tun­gen, die von 1968 geprägt wurden, lassen sich übergrei­fen­d ­den Neuen Sozialen Bewegungen seit den 1970er und 1980er Jahren ­zu­schrei­ben. Genau um diese "Bewe­gun­gen", die von 1968 an­ge­sto­ßen wurden, und die bis heute nachwirken, geht es in der Aus­stel­lung schwer­punkt­mä­ßig. Erstmals werden für Karls­ru­he un­ter diesem Blick­win­kel auch die 1970er und 1980er Jahre un­ter­sucht. Dabei kommen zahlreiche Zeitzeu­gin­nen und Zeitzeu­gen zu Wort, viel neues - oder auch bloß verschüt­te­tes - Material wird präsen­tiert. Am Ende steht die Frage, was bleibt eigent­lich heute von 1968?