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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Gurs 1940

Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden

bis 31. Oktober 2021 | verlängert | Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais

Eine Ausstel­lung der Gedenk- und Bildungs­stätte Haus der Wann­see-Konferenz unter der Schirm­herr­schaft des Bun­des­prä­si­den­ten Frank-Walter Stein­mei­er

Am 22. und 23. Oktober 1940 wurden Tausende Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz in den unbesetz­ten Teil Frank­reichs­ ­de­por­tiert. Offizielle Quellen sprechen von 6.504 Menschen. Die Zahl lag sicherlich höher. Dies war eine der ersten ­or­ga­ni­sier­ten Verschlep­pun­gen von jüdischen Deutschen aus ihrer Hei­mat, initiiert von den regionalen natio­nal­so­zia­lis­ti­schen ­Ver­ant­wort­li­chen, den Gauleitern.

Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé in Gurs, März 1941. Foto Mémorial de la Shoah, Paris

Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé in Gurs, März 1941. Foto Mémorial de la Shoah, Paris


Erst ein Jahr später begannen die syste­ma­ti­schen Depor­ta­tio­nen aus dem gesamten Deutschen Reich in den Osten. Die franzö­si­schen ­Be­hör­den leiteten die Transporte in das Lager Gurs, am Fuße der Py­re­näen, im Herzen des heutigen Depar­te­ment­s ­Py­rénées-Atlan­ti­ques. Einigen der Depor­tier­ten gelang von dort die Flucht, mehr als Tausend starben in den kommenden Jahren auf­grund der katastro­pha­len Lebens­be­din­gun­gen. Zwischen 1942 und 1944 organi­sier­ten SS und Polizei die Depor­ta­tion der In­ter­nier­ten nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor, wo fast alle er­mor­det wurden.

An diese Verbrechen und ihre Nachge­schichte erinnert die Aus­stel­lung. Sie bettet regionale Geschichte in deutsche, fran­zö­si­sche und europäi­sche Abläufe ein und nimmt Betroffene, aber auch Täter*in­nen, Umstehende und Nutznie­ßende in Deutsch­land und Frankreich aus verschie­de­nen Perspek­ti­ven in den Blick. Sie erzählt, wie dieser Verbrechen gedacht wurde und wird.

Das Stadt­ar­chiv und die Histo­ri­schen Museen Karls­ru­he ­ge­stal­te­ten zusätzlich lokale Ergän­zun­gen. Diese bieten ­In­for­ma­tion zum Leben von Jüdinnen und Juden in Karlsruhe von den Anfängen bis zur Depor­ta­tion, zu Karlsruher Jüdinnen und Juden im Lager Gurs sowie zur Erinnerung in Karlsruhe an die De­por­ta­tion der Jüdinnen und Juden nach Gurs. Zusätzlich sollen die Namen und - wo vorhanden - Fotos der über 950 nach Gurs ­de­por­tier­ten Karlsruher Jüdinnen und Juden die Erinnerung an diese Menschen lebendig halten.

Schü­ler*in­nen der Katho­li­schen Fachschule für Sozial­päd­ago­gi­k A­gnes­haus Karlsruhe beschäf­tig­ten sich mit den Berichten Paul ­Nie­der­manns über seine Depor­ta­tion und dem Leben im Lager Gurs. Daraus entstanden "Gefühls­bil­der", die durch eine abstrak­te ­Aus­drucks­weise zum Nachdenken anregen wollen. Sie werden e­ben­falls in der Ausstel­lung präsen­tiert.

Ausstellungsflyer zum Download (PDF, 1.31 MB)

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