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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Emil Behr - Briefzeugenschaft vor, aus, nach Auschwitz

Ausstel­lung im Stadt­mu­seum im Prinz-Max-Palais vom 13. April bis 23. Juni 2013

"Ange­stell­ten­ver­trag E. Behr; KZ-Haft" - so lautet die lapidare Aufschrift eines Ordners, den Monique Behr, die Enkelin von Emil Behr (1900-1983) vor wenigen Jahren in einer Kiste fand. Der Ordner enthielt Dutzende von Briefen, durch die sie das Schicksal ihrer Familie während des Natio­nal­so­zia­lis­mus nachvoll­zie­hen konnte.

Im Zentrum der Ausstel­lung steht das Leben ihres jüdischen Großvaters Emil Behr von seinem 38. Lebens­jahr an. Er arbeitete in einem jüdischen Altersheim, wurde jedoch 1944 nach Auschwitz deportiert. Er überlebte und trat später als Zeuge in den Vorun­ter­su­chun­gen zum Auschwitz-Prozess auf. Neben neun erhaltenen Briefen aus Auschwitz werden weitere Briefe aus dem umfang­rei­chen Konvolut ausge­stellt.

In der Ausein­an­der­set­zung mit den Briefen widmet sich die Ausstel­lung den immer dring­li­cher werdenden Fragen nach den Möglich­kei­ten einer Zeugen­schaft ohne Zeitzeugen: Ist Zeugen­schaft ohne das reale Gespräch überhaupt denkbar? Ist es möglich, durch die Lektüre schrift­li­cher Dokumente zum Zeugen für die trauma­ti­schen Erfah­run­gen anderer Menschen zu werden? Kann ein Brief zum Gegenüber werden?

Eine Koope­ra­tion mit dem Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Univer­si­tät und dem Jüdischen Museum Frankfurt. Die Ausstel­lung und das diese beglei­tende Hörspiel wurden gemeinsam mit Studie­ren­den der Goethe-Univer­si­tät erarbeitet.

Der Eintritt in die Ausstel­lung beträgt 2 €, ermäßigt 1 €.

 
 
 

Ausstellungsplakat