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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Stadtarchiv feierte 125 Jahre

Stadt­zei­tung, 16. Juli 2010

Stadt­ar­chiv feierte 125. Geburtstag

Umfang­rei­ches Aufga­ben­spek­trum/In­ves­ti­tion für die Zukunft

Oberbürgermeister Heinz Fenrich und Stadtarchivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche.


(cal) Das Stadt­ar­chiv, zu dem auch das Stadt- und das Pfinz­gau­museum gehören, ist am Samstag, 10. Juli, 125. Jahre alt geworden: Gefeiert wurde das für eine junge Stadt wie Karlsruhe respek­ta­ble Jubiläum mit zahlrei­chen Gästen direkt am Geburtstag. Damals, so Oberbür­ger­meis­ter Heinz Fenrich, "trat das Ortsstatut über die Verwaltung des städti­schen Archivs in Kraft". Heute entspräche das einer eigenen Satzung, also einem kommunalen Gesetz.

Zusätzlich rief OB Karl Schnetzler noch eine Archiv­kom­mis­sion, heute Ausschuss, ins Leben. Beides dokumen­tierte den hohen Stellen­wert der Archiv­grün­dung. Die beruhte auf dem ausdrück­li­chen Wunsch der Bürge­rin­nen und Bürger, nach 170 Jahren "die Erinnerung der Stadt zu erhalten", so Schnetzler.

Einem Aufruf, stadt­ge­schicht­lich Bedeut­sa­mes abzugeben, waren sie derart tatkräftig gefolgt, dass die Archiv­grün­dung nur noch eine Frage der Zeit war.

Gesehen wurde sie als eine Inves­ti­tion für die Zukunft, die "vorzugs­weise den nachfol­gen­den Genera­tio­nen zu gute kommen wird". Aufgaben waren damals das Sammeln und Ordnen wichtiger Dokumente, das Aufstellen von Erinne­rungs­ta­feln, das Pflegen des Erbes "hiesiger" Schrift­stel­ler, das Erarbeiten einer Geschichte und einer Chronik der Stadt. Wenig später kam der wichtigste Auftrag dazu, das Schrift- und Dokumen­ta­ti­ons­gut der Verwaltung zu sichern.

Dem ersten Archiv­ge­bäude in der Garten­straße folgten weitere, bis 1990 das heutige Domizil, die ehemalige Pfandleihe in der Markgra­fen­straße bezogen wurde. Es platzt inzwischen aus allen Nähten. Nach der vom Gemein­de­rat gebil­lig­ten Aufsto­ckung gewinnt es Kapazi­tä­ten für weitere 25 Jahre. OB Heinz Fenrich stellte die Feier hierfür im Winter des kommenden Jahres in Aussicht. Als symbo­li­sches Geschenk hatte er das bisher fehlende Straßen­schild "Archiv­platz" dabei.

Dr. Michael Diefen­ba­cher, der Vorsit­zende des 2.400 Mitglieder starken Archiv­ver­ban­des, machte darauf aufmerksam, dass eigene Gebäude für die "iden­ti­täts­s­tif­ten­den kommu­na­len Archive" durchaus nicht selbst­ver­ständ­lich seien, erst jüngst hätten Saarbrücken und Esslingen ihre bekommen, in Stuttgart sei es erst in der Planung.

Anhand der zum Jubiläum im Infoverlag erschie­ne­nen, 88-seitigen Festschrift "Stadt­ar­chiv Karlsruhe. Gedächtnis der Stadt", beleuch­tete Archivchef Dr. Ernst Otto Bräunche die heute wesentlich erwei­ter­ten Aufgaben, allen voran die Digita­li­sie­rung, Übernahme und Sicherung digitaler Daten, oder die Pflege von Nachlässen und Schen­kun­gen wie von Stadt­pla­ner Carl Plästerer oder die Fotoar­chive Schlesiger und Schmeiser, die Überlie­fe­rung von Sport­ver­ei­nen, die Übernahme der sehr gefragten Perso­nen­stands­bü­cher, Publi­ka­ti­ons­rei­hen und die umfang­rei­che Erinne­rungs­ar­beit.