Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt.

Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats April bis Juni 2008

Litho­gra­phie "Maschi­nen­land­schaft" von Wilhelm Schnar­ren­ber­ger

Eine kostbare Schenkung erhielt das Stadt­ar­chiv Karlsruhe anlässlich der Ausstel­lungs­er­öff­nung "Karls­ru­her Kinoge­schich­te(n)" im Prinz-Max-Palais am 21. Februar 2008: Frau Anneliese Schmidt-Kasper, eine Enkelin des Hofbäckers und Gründers des ersten Karls­ru­her Kinoneu­baus Residenz-Theater in der Waldstraße, Otto Alban Kasper, überließ dem Stadt­ar­chiv die Litho­gra­phie "Maschi­nen­land­schaft" von Wilhelm Schnar­ren­ber­ger.

Wilhelm Schnar­ren­ber­ger wurde am 30. Juni 1892 in Buchen (Odenwald) geboren. 1947 zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ernannt, lebte er seit 1948 bis zu seinem Tod am 17. April 1966 in Karlsruhe. Frau Schmidt-Kasper kann von den treuen Besuchen Schnar­ren­ber­gers, zusammen mit seiner Frau Michaela Aust, im Residenz­thea­ter erzählen. Regel­mä­ßig besuchte das Paar die Filmkunst­tage des Resi und die Donners­tags-Filmaus­lese um 21 Uhr. Gerne sah Wilhelm Schnar­ren­ber­ger auch die Kunstfilme des Resi, wie z.B. "Die Kinder des Olymp" oder "La Strada" von Federico Fellini. Frau Schmidt-Kasper erinnert sich lebhaft daran, dass Wilhelm Schnar­ren­ber­ger bei seinen Besuchen im Kino ihres Großvaters immer seine charak­te­ris­ti­sche Basken­mütze getragen hatte.

Anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Residenz­thea­ters im Jahr 1958 vermachte nun Wilhelm Schnar­ren­ber­ger die wertvolle Schenkung der "Maschi­nen­land­schaft". In einer handschrift­li­chen Widmung auf der Rückseite des Bildes formuliert er seine Beweg­gründe: "Von einer Reise zurück­kom­mend erfahre ich vom 50jährigen Jubiläum und möchte meinen Dank für die vielen schönen Stunden, die ich seit 1920 im "Resi" erlebte, mit dieser Litho­gra­phie ausdrücken. Sept. 58 W. Schnar­ren­ber­ger".

Der Künstler hatte demnach bereits in den Jahren 1920 bis 1933, während er als freier Maler und Graphiker in Karlsruhe, mit Atelier in der Westend­straße 81, gelebt hatte, gerne das Residenz­thea­ter besucht.

Bei der Buchbin­de­rei Schick in der Waldstraße 21 ließ Frau Schmidt-Kasper das wertvolle Bild rahmen. So erweist sich die "Maschi­nen­land­schaft" als geschicht­sträch­ti­ges Dokument für die Karls­ru­her Stadt­ge­schichte, geschaffen von einem bedeu­ten­den badischen Künstler und Lehrer der Karls­ru­her Kunst­aka­de­mie, verbunden mit dem ersten Karlsruher Kino Residenz­thea­ter und von der tradi­ti­ons­rei­chen Buchbin­de­rei Otto Schick in Rahmen gesetzt.

Im Karlsruher Stadt­ar­chiv hat die Litho­gra­phie ihren würdigen Platz gefunden.

Angelika Sauer

 

Lithographie