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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Ausgestellt und Vorgestellt - Blick ins Archiv

Banner Ausgestellt und Vorgestellt


Wie war das Leben in Karlsruhe vor 100 Jahren? Wie sah die Stadt­ da­mals aus? Woher wissen wir das eigentlich und wie findet ­Ge­schichte ihren Weg ins Stadt­ar­chi­v?

Ein näheres Hinschauen lohnt sich und gibt Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Das Stadt­ar­chiv Karlsruhe zeigt an dieser Stelle sonst in den Magazinen verborgene Schätze, gibt Ein­bli­cke hinter die Kulissen der einzelnen Aufga­ben­be­rei­che o­der präsen­tiert Dokumente, Fotogra­fien und Objekte im Rahmen der wechseln­den Foyeraus­stel­lun­gen.

 

Gruß aus der Vergan­gen­heit - Eine Zeitkapsel im "Tau­cher­brun­nen"


Vor der Kleinen Kirche in der östlichen Kaiser­straße begrüßt ­seit mehr als einem Jahrhun­dert ein Brunnen sowohl Besucher des Got­tes­hau­ses als auch vorbei­ge­hende Passanten. Das Denkmal zog aber nicht nur Blicke von Fußgängern auf sich, sondern im Rahmen ei­ner Ausstel­lung auch von Kunst­lieb­ha­bern. Bei Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten brachte es zudem eine Kapsel mit einem ­Do­ku­ment aus seiner Entste­hungs­zeit zum Vorschein.

Konrad Taucher, der ausfüh­rende Bildhauer, wurde im Juli 1904 durch die Stadt mit dem Entwurf und Bau des Brunnens beauftragt. Für die Arbeiten, die vertrags­ge­mäß im Mai 1905 abgeschlos­sen wer­den konnten, erhielt er insgesamt 9.000 Mark. Er schuf ein Kunst­werk, das in der Karlsruher Bevöl­ke­rung, aber auch ­über­re­gio­nal überaus positiven Anklang fand. Die bronze­ne Kna­ben­fi­gur gehört heutzutage genauso zum Stadtbild wie Pyrami­de und Schloss. Der Jüngling kniet auf einem quadra­ti­schen Sockel und beugt sich über ein Schöpf­be­cken aus grauem Muschel­kalk. In seiner Hand hält er eine vergoldete Schale, aus der Wasser in das große Becken rinnt, welches wiederum durch einen Widder­kopf in einen vorge­la­ger­ten Trog fällt. Der Brunnen diente als Trink­was­ser­quelle auch einem prakti­schen Zweck.

Die Skulptur des nackten Jünglings war Teil einer viel ­be­ach­te­ten Ausstel­lung: Nach dem Krieg stellte der Badische ­Kunst­ver­ein in einer Präsen­ta­tion des städti­schen Kunst­be­sit­zes ­die Bronze­fi­gur im September 1949 aus. Zuvor war sie zum Schutz vor Luftan­grif­fen von ihrem Sockel genommen und einge­la­ger­t wor­den. Bei Erneue­rungs­ar­bei­ten am "Taucher­brun­nen" im Jahr 1967 ­ver­setzte ein Bleirohr die Arbeiter in Staunen. Wie in einer ­Zeit­kap­sel erhielt sich darin eine Fotografie aus der Zeit der Auf­stel­lung der Wasser­in­stal­la­tion. Sie zeigt ein Brustbild des Bild­hau­ers aus dem Atelier des Fotografen Oscar Seeck. Auf der Rück­seite des Porträts findet sich die Inschrift: "Öffner der Kapsel ist Eigentümer dieses Bildnisses. K. Taucher." In einem wei­te­ren zeitge­nös­si­schen Dokument, einer Urkunde vom 5. Mai, nennt Taucher die an der Erschaf­fung des Kunst­wer­kes ­Be­tei­lig­ten. Wir erfahren z.B., dass die Bildhau­er­ar­bei­ten von dem Karlsruher Stein­bild­hauer Silvio Eisele ausgeführt wurden, der sich "9 Wochen […] weidlich geplagt u. geschunden [hat], denn das Material war heimtückisch, stahlhart und voll Löcher. Er fluchte auch manchmal wie ein Lands­knecht." Taucher äußer­te auch eine beschei­dene Bitte an die Leser der Urkunde: "Die ­künst­le­ri­sche Ausführung vollendete der Unter­zeich­nete nach ­bes­tem Gewissen, hoffend, daß die Nachwelt sich an diesem klei­nen, ehrlich gemeinten, schlichten Kunstwerk erfreuen möge."

Eric Wychlacz

 





Exponate, die bisher vorge­stellt wurden:

„Des Narren-Spiegels zweite Doppelnummer, oder Nr. 3 und 4“

Kriegs­er­leb­nisse eines Vizefeld­we­bels im Deutsch - Franzö­si­schen Krieg 1870 - 1871

"Mehr Sein als Schein" - Überreste von Handschrif­ten als Ein­bände von Verwal­tungs­schrift­gut

Ein Elefant kommt geflogen …

Das Sonnenbad - ein neues Bad für Karlsruhe

Deutsch-japani­sche Völker­ver­stän­di­gung

Briefe der franzö­si­schen Ballon­fah­­rer Eugène Godard und Eugène Poitevin

Brief des Hofkapellmeisters Fritz Cortolezis an den Chefredakteur der Badischen Presse Albert Herzog

Das Kochbuch der Klara Kachel

Heimatkunde in der 3. Klasse

Korban Netanel: Das erste in Karlsruhe gedruckte hebräische Buch

"Buffalo Bill's Wild West-Journal" - Buffalo Bill in Karlsruhe

Die Kicker des Badischen Staatstheaters Karlsruhe

Album des Scheffeltisches im "Rodensteiner"

Das Vereinsarchiv des 1. Mandolinenorchesters Edelweiß 1922 Durlach

Narben als Zierde - Das Corps Saxonia und das Fechten

Klassen­ta­­ge­­buch der Klasse VIII, 13 aus der Volks­­­schule Beiertheim

Vom Erfinder des Laufrades

Ansichts­­kar­ten­­sam­m­­lung der Familie Schwein­­furth

Schuhmann & Sohn. Eine Fotografen-Dynastie in Karlsruhe

Der KSC im Karlsruher Sportarchiv

Die letzte Ruhestätte des Karls­ru­her Stadt­grün­ders

Taschenkalender der Firma Wolff & Sohn

Die Personenstandsbücher

Freundschaftsalbum von Friedrich Weinbrenner

Jugendstil im Stadtarchiv

Fotopostkarte der Schweizer Malerin und Grafikerin Bertha Züricher

Glasplatten des Fotoateliers Schmeiser

Arrangierbuch von Herrn Ballettmeister und Hoftanzlehrer Uetz

Kalenderblatt aus dem Archiv des C. F. Müller-Verlags

Lithographie "Maschinenlandschaft" von Wilhelm Schnarrenberger

Glückwunsch- und Ergebenheitsadresse an Dr. Robert Sinner

Gruppenbild des Lehrerinnenseminars, 1911

Karlsruher Briganten

Historische Aufnahmen der 1907 eingemeindeten Vororte

Poesiealbum der Schülerin Erna

80. Geburtstag Friedrich I. und Goldene Hochzeit des Großherzogpaares sowie Silberhochzeit des schwedischen Kronprinzenpaares vor 100 Jahren

Die Hagsfelder Kirchweih 1871

Ansichtskarte aus der Plan- und Bildersammlung des Stadtarchivs

Die Tagebücher der Anna Hunkele im Stadtarchiv Karlsruhe

Historischer Stadtplan aus dem Bestand der Plan- und Bildersammlung

Berichte über die Karlsruher Straßenbahn

Vereinsschrift "Turnseppel" des MTV Karlsruhe aus dem Jahr 1929

Ehrenadresse der Stadt Durlach vom 19. März 1897 für Ratsschreiber Karl Siegrist