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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Die Ausstellung "Ungesühnte Nazijustiz" vor 60 Jahren in Karlsruhe

Vortrag von Dr. Stephan Alexander Glienke (Univer­si­tät Flens­burg)
Mittwoch, 27. November 2019, 19 Uhr im Stephan­saal, Stän­de­haus­straße 4

Anschlie­ßend Podiums­dis­kus­sion mit Dr. Stephan Alexan­der Gli­enke, Dr. Wilhelm Güde (Jurist, Sohn von General­bun­des­an­wal­t Dr. Max Güde), Bettina Limperg (Präsi­den­tin des BGH) und O­ber­bür­ger­meis­ter Dr. Frank Mentrup unter Moderation von Karl-Dieter Möller (ARD-Rechts­ex­per­te)


Vor 60 Jahren, am 27. November 1959 wurde die Ausstel­lung "Un­ge­sühnte Nazijus­tiz" des Sozia­lis­ti­schen Deutschen ­Stu­den­ten­bunds (SDS) in Karlsruhe eröffnet. Initiator der Aus­stel­lung war der in Westberlin lebende Student Reinhard ­Stre­cker. Sie wurde danach bis 1962 in verschie­de­nen deutschen U­ni­ver­si­täts­städ­ten und im Ausland gezeigt. Der damali­ge ­Ge­ne­ral­bun­des­an­walt Dr. Max Güde vertei­digte sie gegen den Vor­wurf "ostzo­na­ler Propa­gan­da", indem er ihr die korrek­te Wie­der­gabe der Verstri­ckung von Juristen in NS-Verbre­chen ­be­schei­nigte. Mit dieser Ausstel­lung begann die Aufar­bei­tung na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Justiz­ver­bre­chen in der Bundes­re­pu­bli­k ­Deutsch­land.

Der Vortrag beschäf­tigt sich mit den Hinter­grün­den ihrer Ent­ste­hung, ihrer Bedeutung und mit den Kontro­ver­sen, die um sie ent­stan­den. Die Podiums­dis­kus­sion geht den Positionen damali­ger Ak­teure nach und stellt den Bezug von der SDS-Ausstel­lung zur heu­ti­gen Bewertung der Verstri­ckung von Juristen der jungen ­Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in NS-Verbrechen her.