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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Neugestaltung des Dammerstock-Pavillons abgeschlossen

Pres­se­mit­tei­lung vom 15. April 2019

Dammerstock-Siedlung Foto Dammerstocksiedlung 1929, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 474


 

Der Infor­ma­ti­ons­pa­vil­lon zum Dammer­stock wurde in den letzten Wo­chen inhaltlich und gestal­te­risch überar­bei­tet. 2004 wurde er teil­weise mit Origi­nal­bau­tei­len des histo­ri­schen Ein­gangspa­vil­lons zur Bauaus­stel­lung Dammer­stock 1929 errichtet. Zum Bauhaus­ju­bi­läum in diesem Jahr bietet er nun umfang­rei­che und anspre­chende Infor­ma­tio­nen zur Geschichte und Archi­tek­tur ­der Dammer­stock­sied­lung.

Die Dammer­stock-Siedlung ist eines der wichtigs­ten Zeugnisse des Neuen Bauens im Südwesten Deutsch­lands. Unter Feder­füh­rung der 1922 gegrün­de­ten VOLKS­WOH­NUNG wurde sie von verschie­de­nen ­Bau­ge­nos­sen­schaf­ten errichtet. Nach der Ausschrei­bung der Stadt­ ­Karls­ruhe im Jahr 1928 unter Oberbür­ger­meis­ter Julius Finter und Bür­ger­meis­ter Hermann Schneider sollte die neue Siedlung rea­li­sier­bare Antworten auf die soziale Wohnungs­frage liefern. Walter Gropius, bis 1928 Direktor des Bauhauses in Weimar ­be­zie­hungs­weise Dessau, gewann den Wettbewerb. Gemeinsam mit dem Zweit­plat­zier­ten Otto Haesler und anderen Archi­tek­ten errich­te­te er in nur sieben Monaten Bauzeit 228 von 750 für die Mus­ter­sied­lung vorge­se­hene Wohnungen. Die Siedlung wurde nicht wie geplant fertig­ge­stellt; ab 1934 wurden weitere Häuser in "ein­hei­mi­scher" Bauweise erstellt. Nach 1949 kamen "Lau­ben­gang­häu­ser" hinzu, die wieder Elemente des "Neuen Bauens" ­auf­nah­men. Die Dammer­stock-Siedlung wurde mit der inter­na­tio­nal ­be­ach­te­ten Bauaus­stel­lung "Die Gebrauchs­woh­nung" Ende Septem­ber 1929 eröffnet. Der Zugang erfolgte über einen zentra­len Ein­gangspa­vil­lon. Von hier führte ein Rundgang die Besuche­rin­nen und Besucher durch die Siedlung mit ihren 20 verschie­de­nen Häu­ser­ty­pen mit 30 voll einge­rich­te­ten Muster­woh­nun­gen.

Der Eingangspa­vil­lon bestand ursprüng­lich aus zwei ­Kas­sen­häus­chen, die mit einem Flachdach verbunden waren. Nach Ende der Ausstel­lung abgebaut, fanden die Kassen­häus­chen separat wei­tere Verwendung im Freibad Rappenwört. Eines kam später ab­han­den. Als auch das zweite, genutzt als Schuppen, im Jahr des 75-jährigen Dammer­stock-Jubiläums entsorgt werden sollte, wurde man sich seiner Geschichte wieder bewusst. Die Volks­woh­nung ­ent­wi­ckelte zusammen mit dem Stadt­pla­nungs­amt und den im ehe­ma­li­gen Waschhaus der Dammer­stock­sied­lung ansäs­si­gen ross­mann+­part­ner Archi­tek­ten die Idee, es wieder an seinen ur­sprüng­li­chen Ort zu verlagern und die ehema­li­ge Ein­gangs­si­tua­tion mit Hilfe eines gläser­nen Aus­stel­lungs­pa­vil­lons gleicher Kubatur zu vervoll­stän­di­gen.

Beide wurden im ursprüng­li­chen Sinne mit einem gemein­sa­men Dach ­über­spannt. In ihnen fanden Infor­ma­tio­nen zur Dam­mer­stock-Siedlung Platz. Im September 2006 konnte der neue Ein­gangspa­vil­lon der Öffent­lich­keit übergeben werden.

Zuletzt zeigten sich der Pavillon und seine Präsen­ta­tio­nen - auch mit Blick auf das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses und das 90-jährige Gedenken an die Eröffnung der Dam­mer­stock-Siedlung - auffri­schungs­be­dürf­tig. Den Anstoß gab die Kunst­his­to­ri­ke­rin Nina Rind, die gemeinsam mit Studie­ren­den ­der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft Ideen dazu ­ent­wi­ckelt hatte. Im Auftrag des Kultu­ram­tes - Kulturbüro und Stadt­ar­chiv waren hier feder­füh­rend - überar­bei­tete sie die in­halt­li­che Darstel­lung wie auch die Ausstel­lungs­ar­chi­tek­tur und -graphik. Sie holte sich dabei inhalt­li­che, gestal­te­ri­sche und bau­li­che Unter­stüt­zung von vielen Seiten.

Das Amt für Hochbau und Gebäu­de­wirt­schaft, in dessen Bestan­d ­sich der Eingangspa­vil­lon inzwischen befindet, zeichnete für die Grundsa­nie­rung des Bauwerks verant­wort­lich. Und das Garten­bau­am­t ­nahm sich der Grünanlage an, in die der Pavillon einbettet ist.

So ist die Neuge­stal­tung des Dammer­stock-Pavillons nach den Ideen und in der Koordi­na­tion von Nina Rind eine Koope­ra­tion des Karls­ru­her Kulturamts mit Stadt­ar­chiv und Kulturbüro, des Amtes für Hochbau und Gebäu­de­wirt­schaft und des Garten­bau­amts.