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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Von Königsurkunde bis Kinosaal

Stadt­ar­chiv zeigt im Pfinz­gau­museum "Durla­cher Glanz­stücke" aus seinem Magazin

In die Geschichts­bü­cher ein ging König Sigismund vor allem als Motor des Konzils von Konstanz von 1414 bis 1418, das die a­bend­län­di­sche Kirchen­spal­tung beendete. Doch auch in unseren ­Brei­ten hinterließ der römisch-deutsche König und spätere Kaiser ­Spu­ren. 1418 etwa verlieh er in einer Urkunde der Stadt Durlach das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. Diese Königs­ur­kunde ist der­zeit im Pfingau­museum zu sehen. Als ein besonderes Bonbon in der Sonderaus­stel­lung "Durlacher Glanz­stücke".
Unter diesem Titel präsen­tiert das Stadt­ar­chiv bis zum 13. Mai als Beitrag zum Europäi­schen Kultur­er­be­jahr 2018 im Museum in der Karlsburg eintritts­frei ausge­wählte Archi­va­lien aus der fa­cet­ten­rei­chen Vergan­gen­heit der ehemaligen Markgra­fen­stadt. Allesamt aus den Beständen des Archivs: Dies bewahrt seit der Zwangs­ein­ge­mein­dung der zuvor 777 Jahre lang selbst­stän­di­gen ­Stadt durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten nach Karlsruhe 1938 "auch das reiche kulturelle Erbe des glanz­vol­len Durlachs fachge­recht auf", unter­strich Erster Bürger­meis­ter Wolfram Jäger bei der Er­öff­nung der Ausstel­lung. Der bis ins Jahr 1410 zurück­rei­chen­de ­Be­stand zu Durlach ist für Archiv­lei­ter Dr. Ernst Otto Bräun­che ­der "histo­risch wertvolls­te" im Magazin in der Markgra­fen­stra­ße 29. Und der umfang­reichste aller Stadtteile. Die 106 Urkunden, 5 672 Aktenhefte, 1 584 Amtsbücher, 370 Pläne, 257 Zeitungs­bän­de und 4 383 Rechnungs­bän­de", die dort unter hervor­ra­gen­den kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen lagern, "ergeben einen Gesam­t­um­fang von 400 Regal­me­tern", nannte Bräunche beein­dru­ckende Zahlen.
Das "Best of Durlach" vom ausge­hen­den Mittel­al­ter bis in die Neu­zeit aus dem Stadt­ar­chiv ist in der Ausstel­lung in zehn kleine Abtei­lun­gen gegliedert. So spiegeln Fotos aus dem Nach­lass von Horst Schlesiger das Alltags­le­ben von 1949 bis 1990 wider, weitere Hingucker sind farben­frohe Plakate aus un­ter­schied­li­chen Genera­tio­nen. Daneben stehen Urkunden aus dem 15. bis 19. Jahrhun­dert und Beispiele aus dem 59 Regal­me­ter um­fas­sen­den Durlacher Akten­be­stand im Mittel­punkt. Amtsbücher, Durlacher Zeitungen, Banknoten, Medaillen, Orden, Vereins­un­ter­la­gen, Pläne und ein digitales Stadt­le­xi­kon ­ver­voll­stän­di­gen die Schau. Und vor dem Eingang ist rechts ein klei­ner Kinosaal aufgebaut, in dem Ausgaben des "Karls­ru­her Wo­chen­spie­gels" und andere Streifen Ereignisse aus Durlach ­zei­gen. -trö-

 

KULTURGUT: Grafikerin Laura Setzer (l.) und Dr. Katrin Dort, in der Schau für die Urkunden zuständig (r.), begutachten mit Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche die "Durlacher Glanzstücke". Foto: Fränkle

KULTURGUT: Grafikerin Laura Setzer (l.) und Dr. Katrin Dort, in der Schau für die Urkunden zuständig (r.), begutachten mit Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche die "Durlacher Glanzstücke". Foto: Fränkle