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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats im Pfinzgaumuseum

Nachlass Kurhaus Schöneck

Der Gründer des Pfinz­gau­muse­ums Friedrich Eberle beschreibt Gut Schöneck als ein "hinter dem Turm im Wald versteck­tes statt­li­ches Gebäude mit freund­li­chen Räumen", das von dem Archi­tek­ten Ferdinand Schla­gint­weit erbaut worden war. Über lange Jahre diente das Gut, dem einige Morgen Wiesen und Felder angeglie­dert waren, als Pension und Kurhaus. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ging die Gastwirt­schaft in den Besitz der Stadt­ver­wal­tung Karlsruhe über. Der Wirt und Chef-Patissier Hans Gass betrieb "Gut Schöneck", dessen Adresse nun nicht mehr nur Turmberg, sondern Reich­ardt­straße 20 lautete, ab 1934.

Als das Gut 1953 in den Besitz des Badischen Fußball­ver­bands e.V. überging, wurde es in eine Sport­schule umgewan­delt und die Gastwirt­schaft nicht weiter betrieben. Heute stellt das "Gut Schöneck" auf 7,5 Hektar ein Schulungs-, Trainings- und Sport­zen­trum unter­schied­lichs­ter Diszi­pli­nen dar, dient aber auch als Tagungsort. Fast vergessen ist seine Geschichte als Pension und Restaurant auf dem Turmberg.

Die Tochter des letzten Wirtes Hans Gass, die Familie betrieb später auch die Milchbar im Tullabad und im Zoo (Zooter­ras­sen), überließ dem Pfinz­gau­museum 2010 das Fremden­buch des Hauses zusammen mit einem Majolika-Teller und einer letzten Gardine aus dem Gasthaus. Hinzu übergab sie dem Pfinz­gau­museum auch ein Buch mit Fotos und schrift­li­chen Erinne­run­gen. Hierbei findet sich sowohl die Geschichte über das Leben der Familie Gass auf Gut Schöneck als auch Gedichte und Anekdoten der zufrie­de­nen Gäste.

Aus dem Fremden­buch, heute würde man Gästebuch sagen, wird deutlich, dass das Gut Schöneck weit über die Grenzen Karlsruhes bekannt war. In das Fremden­buch mussten laut Polizei­ver­ord­nung über das Meldewesen Angaben zu Vor- und Nachnamen, Beruf, Geburtstag und -ort, Staats­an­ge­hö­rig­keit sowie Wohnort gemacht werden. So finden sich dort Namen aus der näheren Umgebung, aber unter anderem auch aus Kiel, Leipzig, Berlin, Großbri­tan­nien, den USA, Frankreich, Skandi­na­vien, der Schweiz und China. Die Besucher logierten meist mehrere Tage oben auf dem Turmberg. Bekannte Persön­lich­kei­ten wie die Schrift­stel­ler Heinrich Vierordt und Theodor Plievier oder der Kammer­sän­ger Adolf Schöpflin waren darunter.

Dr. Anke Mühren­berg

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes Exponat vorge­stellt.

Dieses Objekt wird im jeweiligen Haus präsen­tiert und kann vor Ort angeschaut werden.

Fremdenbuch Kurhaus Schöneck. Pfinzgaumuseum L 210

Fremdenbuch Kurhaus Schöneck. Pfinzgaumuseum L 210


Pfinzgaumuseum L 210

Pfinzgaumuseum L 210