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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats: Das Durlacher Richtschwert von 1689

Das aus dem Jahre 1689 stammende Richt­schwert gehörte zu den ersten Ankäufen der Stadt Durlach für das Pfinz­gau­museum. Der Gemein­de­rat erwarb es 1917 für 750 Mark. Eingra­viert ist auf der Vorder­seite der Spruch "Wan Ich Das Schwerdt thue auffheben So wünsch Ich Dem Sünder Das Ewige leben". Auf der Rückseite steht: "Die Herrn Sleüven Dem Unheil Ich Exequiere Ihr Urtheil." Außerdem ist ein kleines Folterrad darge­stellt.

Der Tod durch das Schwert galt als leichteste und ehren­haf­teste Todess­trafe, sie war seit dem 17. Jahrhun­dert vorherr­schend. Zudem hatte diese Todesart auch eine abschre­ckende Wirkung. Das Folterrad könnte auf den Zusam­men­hang zwischen der Strafe des Räderns und der Hinrich­tung durch das Schwert stehen. Teilweise räderte man die schon durch das Schwert geköpften Verur­teil­ten im Nachhinein, das sollte die Schmach der Strafe schmälern.
Enthauptet wurden meistens Totschlä­ger, Räuber, Blutschän­der und Kinds­mör­de­rin­nen. Misslang dem Scharf­rich­ter, der das Schwert führte die Enthaup­tung, so war sein Leben ebenfalls gefährdet. Er war also darauf aus, "auf den ersten Streich zu töten".

Das Durlacher Richt­schwert ist im Pfinz­gau­museum im Raum "Resi­denz­stadt" zu sehen.
Dr. Anke Mühren­berg
 

Objekt des Monats

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