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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Objekt des Monats im Pfinzgaumuseum

Schlitt­schuhe, 1934

Funde von speziell angeschlif­fe­nen Knochen legen nahe, dass es Schlitt­schuhe vermutlich schon vor mehr als 3000 Jahren gab. Später wurden sie aus Holz mit Eisen­be­schlä­gen gefertigt und mit Le­der­rie­men unter den Schuhen befestigt. Metall­ku­fen zum An­klem­men an die Schuhsohle, wie sie hier zu sehen sind, wurden noch bis in die 1950er Jahre benutzt, bevor sich Schlitt­schu­he ­mit festen Kufen durch­setz­ten.

In Durlach war der Beunsee ein beliebter Treff für Eisläufer. Durch seine geringe Wasser­tiefe fror er fast jedes Jahr zu. Ab De­zem­ber 1924 bis in die 1930er Jahre wurde ein Teil des Sees jeden Winter als offizi­el­ler Eislauf­platz erschlos­sen. An seinem U­fer stand eine Hütte für die Aufsicht und es gab eine ­Sitz­ge­le­gen­heit zum Anschnal­len der Schlitt­schuhe. Die Eisbahn war von 10 Uhr vormittags bis 11 Uhr abends geöffnet. Kinder ­zahl­ten 10 Pfennig und Erwachsene 20 Pfennig Eintritt. Der h­in­tere, nicht einge­frie­dete Teil konnte unent­gelt­lich zum Eis­lau­fen genutzt werden. Mit dem Bau des Pfinz-Entlas­tungs­ka­nals wurde der Beunsee 1935 zerstört. Auf dem Ge­lände entstanden später Klein­gär­ten, eine Liegewiese für das Turm­berg­bad und ein Camping­platz.

Auch künstlich angelegte Eisbahnen waren in Durlach sehr ­be­liebt. Eine im Karlsruher Stadt­ar­chiv verwahrte Fotogra­fie ­zeigt Schlitt­schuh­läu­fer um 1899 vor der Gastwirt­schaft "Zum A­ma­li­en­bad". Selbst mit einfachen Mitteln konnte den Durla­chern das Winter­ver­gnü­gen ermöglicht werden. Ein Zeitzeuge berichtet, dass in den 1950er Jahren die Feuerwehr Wasser auf eine Fläche vor der Pesta­loz­zi­schule spritzte, das nach einiger Zeit gefror und zum Eislaufen genutzt werden konnte.

In den häufig milden Wintern der letzten Jahrzehnte sind (na­tür­li­che) Eislauf­flä­chen selten geworden. Heute bleib­t Eiss­port­freun­den meist nur der Gang zu Eissport­hal­len und tem­po­rä­ren Eisbahnen, die mit aufwen­di­ger Technik und ent­spre­chen­dem Energie­ver­brauch auch bei Tempe­ra­tu­ren über dem Ge­frier­punkt Voraus­set­zun­gen für das Schlitt­schuh­lau­fen ­schaf­fen.

Gabriele Rillig

 

Erläu­te­run­gen zum Objekt des Monats

Unter der Rubrik "Objekt des Monats" wird viertel­jähr­lich im Stadt­ar­chiv, Stadt­mu­seum und Pfinz­gau­museum ein ausge­wähl­tes Exponat vorge­stellt.

Dieses Objekt wird im jeweiligen Haus präsen­tiert und kann vor Ort angeschaut werden.


Pfinzgaumuseum Q/31

Pfinzgaumuseum Q/31



 

Exponate, die bisher als "Objekt des Monats" vorge­stellt wurden:

Schlitt­schuhe, 1934

Schul­ran­zen von Hilde Schweizer, 1918

Postkarten der Städti­schen Badanstalt Durlach, Frauen- und Männer­schwimm­bad, 1907

Foto vom Bau der Kirche St. Peter und Paul, 1900

CARE-Paket, ca. 1946/47

Stoffta­­schen "Stadt Durlach statt Karlsruhe"

Postkar­ten­al­­bum und Gedenk­ta­­fel des Gesang­­ver­­eins Lyra

Eröffnung der Straßen­bahn­stre­­cke durch die Pfinz­tal­­straße, 1914

Werbetafel für das Natur­­thea­ter Lerchen­­berg, 1934

Schüler­müt­zen des Durlacher Gymnasiums, 1930-1935

Stickmustertuch von Emilie Gerhardt aus dem Jahr 1880

Heimatbuch "Badnerland", 1924

Poesiealbum aus den Jahren 1928 bis 1932

Nachlass Kurhaus Schöneck

Poesiealbum 1909

Nachlass Karl Krieg

Mayonnaise-Maschine

Brillen von Anna Leimbach

Jahresorden des Fastnachtclub Sonnewerbele, 1970/71

Haarzopf der Elisabeth von Rammingen

Sunlicht-Seife, 1950er-Jahre

Der Fastnachtclub Sonnewerbele

Eppers Großes Dikatopter, 19./20. Jahrhundert

Schülerverbindung Turrilacia

Rüstung des Samurai

Ritterfigur, genannt "Karle mit der Tasch"

Das Durlacher Richtschwert von 1689

"Blick vom Turmberg" von Adolf Des Coudres

Durlacher Schützenscheiben