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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Karl Friedrich - Markgraf, Kurfürst und Großherzog von Baden

Eine kurze Stadtgeschichte (2)

Karl Friedrich - Markgraf, Kurfürst und Großherzog von Baden

Karl Friedrich - Markgraf, Kurfürst und Großherzog von Baden

Karl Friedrich - Markgraf, Kurfürst und Großherzog von Baden

Nur zögernd fand sich Karl Friedrich, der 1746 die Nachfolge seines Großvaters Karl Wilhelm angetreten hatte, bereit, die Residenz in Karlsruhe beizu­be­hal­ten. Er entschloß sich, das mit viel Holz errichtete, bereits marode Schloß aus Stein neu bauen zu lassen. Auch die Bürger sollten ihre Häuser künftig aus Stein errichten dürfen - freilich nach einem vorge­ge­be­nen Modell. Die gut ausgebaute, nunmehr auf Dauer angelegte Stadt erlebte Karl Friedrich als einen im Sinne des aufge­klär­ten Absolu­tis­mus regie­ren­den Landes­her­ren, der 1769 die Tortur und 1783 die Leibei­gen­schaft aufhob.

Karoline Luise, 1745

Karoline Luise, 1745

Der Ruf Karlsruhes als "Musenhof" gründete nicht zuletzt im Interesse seiner Gattin, der Markgräfin Karoline Luise (1723 - 1783), für die schönen Künste und die Natur­wis­sen­schaf­ten. Bedeutende Denker, Dichter und Musiker wie Voltaire, Herder, Lavater, Goethe, Klopstock, Gluck und Wieland zählten zu ihren Gästen. Das "Mahlerey Cabinett" und das Natura­li­en­ka­bi­nett der Markgräfin bildeten den Grundstock für die Kunsthalle und die natur­kund­li­chen Sammlungen.

Das immer noch kleine, durch die nahe Grenze zu Frank­reich nach der Franzö­si­schen Revolution in seiner Existenz bedrohte Land entschied sich, sein Schicksal mit dem Frank­reichs zu verbinden. Freiherr Sigmund von Reitzen­stein, seit 1796 badischer Bevoll­mäch­tig­ter in Paris, hat seinen oft zögernden Markgrafen immer wieder zu dieser Politik gedrängt und wurde so zum eigent­li­chen Begründer des badischen Staates.

Zwischen 1802 und 1806 vergrö­ßerte sich Baden vom Main bis zum Bodensee um das Fünffache, die Bevöl­ke­rungs­zahl vervier­fachte sich auf etwa eine Million Einwohner. Am 8. Mai 1803 verkündete Karl Friedrich die Annahme der Würde des Kurfürsten seines vergrö­ßer­ten Landes und am 13. April 1806 die des Großher­zogs des nochmals vergrö­ßer­ten Großher­zog­tums Baden.

Die kleine Residenz Karlsruhe mauserte sich binnen kurzem zur Hauptstadt eines Mittel­staa­tes. Die Schaffung eines modernen bürokra­ti­schen Staats­ap­pa­ra­tes in der Landes­haupt­stadt bewirkte zwischen 1801 und 1815 die Verdop­pe­lung der Einwohner­zahl Karlsruhes auf 15.000.