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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Markgraf Karl Wilhelm - der Gründer der Stadt

Eine kurze Stadtgeschichte (1)

Markgraf Karl Wilhelm - der Gründer der Stadt

Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679 - 1738)

Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679 - 1738)

Karl Wilhelm ist als Gründer der Stadt Karlsruhe bekannt. Er ist am 18. Januar 1679 in Durlach, seiner ersten Residenz, geboren und 1738 in Karlsruhe gestorben. Er gehört der evangli­schen Linie des Hauses Baden an, welches er der politi­schen Stabilität wegen wieder­ver­ei­ni­gen wollte.

Der Markgraf war eine genuß­freu­dige Natur - Frauen, außer seiner Gemahlin, die er in Durlach zurückließ, war er sehr zugewandt ... Seine spätere Residenz sollte zuerst als Lusthaus fungieren. Aber er war auch ein kulti­vier­ter und gebildeter Mann, der vor allem anderen bestrebt war, seinem Land Frieden zu bringen. Karl Wilhelm hatte erleben müssen, wie seine Geburts­stadt Durlach in einem der unzäh­li­gen Kriege der Zeit von den Franzosen zerstört worden, deshalb wollte er nichts Dauer­haf­tes errichten. 1714 beendete der Markgraf also den Krieg, den er gerade führte und schloß einen Vertrag, in dem vereinbart wurde, daß die beiden badischen Markgraf­schaf­ten - Baden-Baden und Baden-Durlach - sich vereinigen sollen, falls eine der Linien ausster­ben sollte. Das erklärt unter anderem, warum er sein neues Schloß an der Grenze zur Markgraf­schaft Baden-Baden gebaut hat. 1771 sollte Baden wieder vereinigt sein.

Am 17. Juni 1715 feierte Karl Wilhelm mitten im Hardtwald die Grund­stein­le­gung zum Bau des Schloß­turms seiner neuen Residenz. Die Archive berichten nicht viel über die Gründe seiner Entschei­dung. Soll man im Bau seines neuen Schlosses die Verwirk­li­chung seines Traumes sehen, als absolu­tis­ti­scher Souverän zu herrschen? Viele seiner Standes­ge­nos­sen haben nämlich das Versailles von Ludwig XIV nachahmen wollen. Eine andere Erklärung könnte sich in seiner Leiden­schaft für Gartenbau und Jagd finden lassen. Durlach bot dafür einfach nicht genügend Raum.

Wie der Name der Stadt nahelegt, sollte Karlsruhe vor allem ein Ort der Ruhe und Entspan­nung sein. Am Anfang hatte Karl Wilhelm nicht einmal vor, sein Schloß aus Stein erbauen zu lassen., sondern aus Holz. Da er schon einmal sein Schloß brennen sah, wollte er auf diese Weise eventuelle Schäden begrenzen. Die Kriegs­ge­fahr in der Region war immer noch groß - dennoch ließ er die Außen­mau­ern des Schlosses aus Stein errichten. Außerdem wollte der Markgraf sein Werk noch zu Lebzeiten beendet sehen. Als ihm der Mangel an Komfort seiner Residenz vorge­wor­fen wurde, antwortete er, er lebe lieber schlecht, aber ohne Schulden als verschul­det in einem prächtigen Palast. Er war Markgraf eines kleinen Landes und baute seine Residenz dement­spre­chend.

Das erklärt aber nicht, warum er sich dann doch entschied, eine Stadt zu gründen. Um das Leben angenehmer zu gestalten, entschloß er sich, um Bewohner für seine Stadt zu werben. Damit sich die Menschen in der Nähe seines Schlosses nieder­lie­ßen, gewährte er ihnen viele Vergüns­ti­gun­gen: Grundstück und Holz wurden ihnen umsonst überlassen, Leibei­gen­schaft und Frondienste abgeschafft, Steuern für 20 Jahre aufgehoben und Religi­ons­frei­heit garantiert. Um die Neubürger zum Umzug zu bewegen, machte er Karlsruhe zu seiner Residenz­stadt. Die ersten Bewohner waren Preußen, Polen, Sachsen, Bayern, Elsässer und Schwaben, nicht zu vergessen sind hier selbst­ver­ständ­lich Menschen aus der näheren Umgebung. - Diese Bevöl­ke­rungs­mi­schung gab einen neuen Dialekt, das "Brigan­den­deutsch". - 1717 übersie­del­ten die Beamten von Durlach nach Karlsruhe, das immer größer wurde. Sehr schnell wird der Grundriß der Fächer­stadt geboren, der Karlsruhe berühmt machen sollte. Die Symbolik dieses Grund­ris­ses ist leicht zu durch­schauen: die Straßen gehen wie Strahlen der Sonne vom Schloß Karl Wilhelms aus; nach dem Vorbild Ludwig XIV, der sich als Sonnen­kö­nig verherr­li­chen ließ, ideali­sierte der Markgraf seine Residenz und somit sich selbst lebe als Zentrum seiner Stadt und seines Staates.

Der Schloßherr Karl Wilhelm von Baden-Durlach hat sein Werk nur kurze Zeit genießen können. Wegen eines Krieges mußte er drei Jahre nach Basel umsiedeln. Am 12. Mai 1738 starb er in Karlsruhe an einem Gehirn­schlag.