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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Plastiken und Tempel im Schlossgarten und Botanischen Garten

Johann-Peter-Hebel-Denkmal

Es wurde 1835 von einem Privat­ver­ein für ein Hebel-Denkmal in Auftrag gegeben. Zuvor wurde durch Zustimmung des Großher­zogs die Aufstel­lung im Schloss­gar­ten ermöglicht. Die Hofgar­ten­be­hörde war für die künftige Unter­hal­tung des Denkmals verant­wort­lich.
Am 18. September 1835 wurde das Denkmal enthüllt.
Die Büste, gegossen in der Großher­zog­li­chen Stück­gie­ße­rei, stammt von Fridolin Fechtig, die Archi­tek­tur, gegossen in der Gießerei des Freiherrn von Eichthal, von Karl Joseph Berck­mül­ler. Durch die Umgestal­tung des Schloss­gar­tens zur Bundes­gar­ten­schau 1967 musste das Denkmal weichen, und es wurde an die heutige Stelle versetzt. 1974 fand eine Restau­rie­rung des gesamten Denkmals statt.

Weinbren­ner-Tempel

Ursprüng­lich bildete der Tempel den oberen Teil des Vogel­hau­ses an der Südwe­ste­cke des Erbprin­zen­gar­tens an der Kriegs­straße. In der Mitte des Tempels stand ein Rundso­ckel mit Wasser­schale. 1883 wurde im Zuge der Auffüllung des Ahagrabens am südlichen Ende des Erbprin­zen­gar­tens das Vogelhaus abgetragen. Großherzog Friedrich I. bestand darauf, den Tempel so abzubauen, dass man ihn an anderer Stelle wieder aufbauen konnte.
1884 wurde er in den nordwest­li­chen Schloss­gar­ten verbracht und das Denkmal für Großherzog Karl Friedrich hinein­ge­stellt. Das Tempelchen überstand unbescha­det den Zweiten Weltkrieg. Die Büste wurde allerdings 1951 mutwillig zerstört. Sie kam in den Bauhof einer Karls­ru­her Stein­metz­firma und ist seither verschol­len. Danach stand allein der Rundaltar im Tempel.
Zur Bundes­gar­ten­schau 1967 wurde für den Weinbren­ner-Tempel von der Bildhaue­rin Ilse Michaelis-Glasser eine Weinbren­ner-Büste geschaffen, die durch Vanda­lis­mus in den 1980er Jahren zerstört wurde.

Prinz-Wilhelm-Denkmal

Ludwig Wilhelm August (18.12.1829 - 27.04.1897), Prinz und Markgraf von Baden, Herzog von Zähringen, wurde als dritter Sohn des Großher­zogs Leopold und seiner Gemahlin Sophie, Prinzessin von Schweden, in Karlsruhe geboren. Er schlug frühzeitig die militä­ri­sche Laufbahn ein.
Anfang 1900 bildete sich ein "Prinz-Wilhelm-Denkmal-Comité", das zu einer Spenden­ak­tion für ein Denkmal aufrief. Dies wurde ein voller Erfolg. Das Comité beauf­tragte schon im September 1900 den Bildhauer Hermann Volz mit einem Entwurf. Der Vertrag sah vor, dass das Standbild des Prinzen aus Bronze bester Qualität in einein­halb­fa­cher Lebens­größe auf einem einfachen Granit­so­ckel auszu­füh­ren sei. Für die Aufstel­lung wurde vom Großherzog ein Platz an der Linken­hei­mer Straße, heute Hans-Thoma-Straße, gegenüber dem Komman­dan­tur­ge­bäude bestimmt.
Am 18. Oktober 1901 war die feierliche Einweihung unter Beisein von Großherzog Friedrich mit Gemahlin.

Hermann und Dorothea

1863 berief Großherzog Friedrich I. von Baden den Bildhauer Carl Johann Stein­häu­ser zum Leiter der neu einzu­rich­ten­den Bildhau­er­klasse an der Kunst­schule. Im Vertrag war die Zusage von Aufträgen enthalten.
Bereits am 19.09.1863 legte Stein­häu­ser zwei Skizzen zu den Figuren­grup­pen "Hermann und Dorothea" und "Orest und Pylades" vor.
Ursprüng­lich sollten die Figuren­grup­pen aus Tiroler Marmor im Ehrenhof des Karlsruher Schlosses aufge­stellt werden, was aber wegen der Propor­tio­nen verworfen wurde. Im Schloss­gar­ten, unweit des "Linken­hei­mer Tors", fand man einen neuen Platz.
Auf den hochge­schich­te­ten Felsen erhebt sich das lebens­große Paar auf einem flachen Sockel. Über einer breiten Steilwand floss früher ein Wasserfall in einen darunter angeleg­ten Teich.
Am 13. August 1866 gab Friedrich I. die Anweisung, die Skulpturen aufstellen zu lassen.
Zur Bundes­gar­ten­schau 1967 wurde der Wasserfall außer Betrieb gesetzt, und der Teich wurde zugeschüt­tet.

Orest und Pylades

Ursprüng­lich war die Figuren­gruppe für ein Wasser-Bassin im Ehrenhof vorgesehen, was aber wie bei "Hermann und Dorothea" nicht ausgeführt wurde. Von der Planung ab 1863 bis zur Ausführung vergingen mehrere Jahre. Erst im Oktober 1874 wurde die Gruppe vor dem Gebäude der "verei­nig­ten Sammlung" am Fried­richs­platz, heute Natur­kun­de­mu­seum, aufge­stellt. Wie bei "Hermann und Dorothea" war Carl Johann Stein­häu­ser der Künstler, verwendet wurde hier ebenfalls Tiroler Marmor.
1913, bei der Umgestal­tung des Fried­richs­plat­zes, musste die Gruppe weichen. Als neuen Standort wählte Friedrich II. aus verschie­de­nen Vorschlä­gen den leicht hügeligen Platz auf der Rückseite des Hofthea­ters aus. Die Verset­zungs­ar­bei­ten begannen im Dezember 1914 und waren im Mai 1915 abgeschlos­sen.

Seepferd­chen-Brunnen

Der Entwurf wird dem Künstler Gabriel Grupello zugeschrie­ben, die Ausführung dem Bildhauer Peter van den Branden. Der Brunnen ist in den Jahren 1709-1716 entstanden. Ursprüng­lich im Schwet­zin­ger Schloss­gar­ten aufge­stellt, wurde er 1824 an die Westseite des Karls­ru­her Schlosses versetzt. Erst mit der Inbetrieb­nahme der Wasser­lei­tung von Durlach nach Karlsruhe 1824 war es technisch möglich, einen Brunnen anzuschlie­ßen.
1994 wurde die Figuren­gruppe abgebaut, und es wurden zwei Kopien aus Epoxydharz gegossen. Das Original steht nun im Lapidarium des Schwet­zin­ger Schloss­gar­tens.

1996 wurde jeweils eine Kopie in Karlsruhe und in Schwet­zin­gen an den Origi­nal­stand­orten aufge­stellt.



Literatur: Denkmäler, Brunnen und Freiplas­ti­ken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989

Text: Thomas Huber, Vermögen und Bau Baden-Württem­berg, Amt Karlsruhe

Johann-Peter-Hebel-Denkmal

Johann-Peter-Hebel-Denkmal

Weinbrenner-Tempel

Weinbrenner-Tempel

Prinz-Wilhelm-Denkmal

Prinz-Wilhelm-Denkmal

Hermann und Dorothea

Hermann und Dorothea

Orest und Pylades

Orest und Pylades

Seepferdchen-Brunnen

Seepferdchen-Brunnen