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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Mediterraner Flair im Botanischen Garten

Heinrich Hübsch: Italienischer Garten, Grundriss und Ansicht, aquarellierter Entwurf , 1852

Heinrich Hübsch: Italienischer Garten, Grundriss und Ansicht, aquarellierter Entwurf , 1852


Die Gebäude des Botani­schen Gartens (Orangerie, Palmenhaus, Torhaus und "Italie­ni­scher Garten") stammen aus den Jahren 1853-57. An derselben Stelle wurde bereits um 1800 anstelle des Holzplat­zes ein Botani­scher Garten angelegt. 1843 erhielt Baudi­rek­tor Heinrich Hübsch vom Großher­zog­li­chen Minis­te­rium der Finanzen den Auftrag, eine Ergänzung der Einfassung des Botani­schen Gartens vorzu­schla­gen. Dies war durch den Neubau des Wohnhauses für den Garten­di­rek­tor und den Abbruch der bisherigen Wohnung notwendig geworden. Heinrich Hübsch fertigte einen Vorschlag mit einer "eisernen Grillage". 1844 wurde dies mit folgender Begründung abgelehnt: "Soviel uns bekannt, ist es die Absicht der großh. Hofdomänen Intendanz, die den botani­schen Garthen, gegenüber der Acade­mie­straße eine Anlage herzu­stel­len, die keiner Einfassung durch ein eisernes Gitter bedarf." Mit diesem Beschluss kündigte sich vielleicht schon der Plan des Großher­zogs an, den Botani­schen Garten mit neuen Gewächs­häu­sern und Gebäuden einfassen zu lassen.

Bis zur Umgestal­tung vergingen allerdings noch mehrere Jahre. Der Theater­brand vom 28.02.1847 brachte alles durch­ein­an­der. Die vorhandene Orangerie an der Hans-Thoma-Straße wurde zum Theater umgebaut. Baubeginn des neuen Theaters war 1851, und im Jahr 1853 sah man der Fertig­stel­lung entgegen.

Im Januar des selben Jahres erhielt Hübsch die Pläne für die "neu herzu­stel­len­den Gewächs­häu­ser im Botani­schen Garten" zurück. Er wurde angewiesen, "alle jene Vorar­bei­ten vornehmen zu lassen, welche gestatten, die Baulich­kei­ten gleich nach Beendigung des neuen Hofthea­ters zu beginnen". Am 1. April 1853 wurde der Bauplatz abgesteckt.

Einige Entwurfspläne sind bereits im Spätjahr 1852 entstanden: zum einen der Plan der "bedeckten Orangerie laengs der Linken­hei­mer Thorstra­ße", zum anderen die "Ansicht des warmen Hauses mit Bassin" sowie die "Ansicht des italie­ni­schen Gartens mit dem Pavillon und dem Durchgang in den Schloss­gar­ten".
1857 schließ­lich war die Gesamt­an­lage fertig­ge­stellt. Die großen Gewächs­häu­ser bildeten jetzt eine fortlau­fende Linie von 375 m Länge. Die Orangerie war 87 m, der Winter­gar­ten 120 m lang.

Bei der ursprüng­li­chen Anlage wurde großer Wert auf den italie­ni­schen Garten gelegt. Die Pflanzen wie Oleander, Zypressen und Citrus wurden nicht in Kübeln gehalten, sondern direkt in die Erde ausge­pflanzt. Im Winter­gar­ten wurde das Glas im Oktober aufgelegt und im folgenden Frühjahr wieder entfernt.
Alle mediter­ra­nen Pflanzen werden heute in Kübeln gehalten, im Frühjahr aus der Gärtnerei an den entspre­chen­den Stellen aufge­stellt und Mitte Oktober wieder zurück­trans­por­tiert.



Literatur:
"Allerley Sorten Orangerie", Schrif­ten­reihe des Arbeits­krei­ses Orangerien in Deutsch­land e.V., Bd. 3, Potsdam 2001



Hibiscus

Hibiscus

Agapanthus

Agapanthus

Cassia

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