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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Von alten Schlössern, tiefen Brunnen und stillen Wegen – Der Friedrichsplatz

Der Friedrichsplatz, um 1808

Der Friedrichsplatz, um 1808


Der ganze Platz erstreckte sich ursprüng­lich von Norden, begrenzt durch den Landgraben, über die Erbprin­zen­straße bis an die Kriegs­straße heran. Um 1800 wurde der Garten, der zu einem Schlöss­chen des Erbprinzen Karl Ludwig und seiner Gemahlin Amalie gehörte, im Stil der engli­schen Garten­ge­stal­tung angelegt. Die Erbprin­zen­straße als offene Bürger­straße, die den Garten in zwei Hälften teilte, erhielt in jener Zeit zu Grotten gestaltete Abgänge, die das unter­ir­di­sche Verbinden der beiden Teile ermög­lichte. Nach dem frühen Tod des Thronerben ließ sich die Markgräfin im Süden des Gartens eine Gedenk­stätte an ihren verstor­be­nen Gatten und an der Ritter­straße ein eigenes Gebäude errichten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts begannen zunächst die Planungen für eine Erwei­te­rung der Hofbi­blio­thek und der wissen­schaft­li­chen Sammlungen. Der Architekt Karl Josef Berck­mül­ler wurde mit der Planung eines neuen Gebäudes und der Gestaltung der Platz­be­bau­ung beauftragt. Im Stil der Renaissance entstand auf der südlichen Garten­hälfte das neue Sammlungs­ge­bäude und an der nördlichen wie östlichen Seite wurde der Platz mit Privat­häu­sern geschlos­sen. Die Bauten für Unter­neh­mer und Fabri­kan­ten waren im Erdge­schoss, das dem Gewerbe zugedacht wurde, durch eine einheit­li­che Arkade zusammen gefasst.

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Bebauung zerstört. Zunächst richtete man auf dem Platz eine der Sammel­stel­len für den Schutt ein, bevor man in den 1950er Jahren begann, die Gebäu­de­fluch­ten wieder neu zu schließen.



Text: Simone Dietz, statt­rei­sen Karlsruhe e.V.