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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Der Garten des ehemaligen Erbgroßherzoglichen Palais, Bundesgerichtshof

Herrenstraße 45 a, Innenstadt

Garten auf der Nordseite des Palais, um 1908

Garten auf der Nordseite des Palais, um 1908


Das Erbgroß­her­zog­li­che Palais in Karlsruhe, seit 1950 Dienst­ge­bäude des Präsi­den­ten des Bundes­ge­richts­hofs, steht imposant auf einem künst­li­chen Hügel, umgeben von einer Parkland­schaft, die einst zu den "Erbprin­zen­gär­ten", einer großen Garten­an­lage an der früheren Südgrenze der Stadt gehört hat. Die vom Bundes­ge­richts­hof genutzte Liegen­schaft umfasst eine Fläche von rund 4 Hektar. Die vorhan­de­nen fünf Haupt- und zwei Neben­ge­bäude sind (heute wieder) in ein parkähn­lich gestal­te­tes Außen­ge­län­de einge­bet­tet. Das Erschei­nungs­bild der Garten­an­lage war in den letzten 140 Jahren einem steten Wechsel unterlegen und hat sich mit der jüngst erfolgten Erwei­te­rung des Bundes­ge­richts­hofs erneut gewandelt

Die wesent­li­chen Gestal­tungs­merk­male des Geländes auf der Nordseite des Palais wurden im Jahr 1817 durch den damaligen großher­zog­lich badischen Ober-Baudi­rek­tor Friedrich Weinbren­ner im Zusam­men­hang mit der Planung eines Garten­pa­lais entworfen und umgesetzt. Aus dieser Zeit stammt insbe­son­dere die Form der an ein Hufeisen erinnern­den Rasen­flä­che gegenüber dem Hauptein­gang des Palais. Der heute vorhandene (Galatea-) Brunnen fand seinen Standort beim Bundes­ge­richts­hof dagegen erst im Jahr 1954.
Aus der Zeit Friedrich Weinbren­ners ist heute noch das frühere Gärtner­häus­chen an der Herren­straße vorhanden, das mittler­weile baulich an den im Jahr 2003 fertig gestell­ten Erwei­te­rungs­bau des Bundes­ge­richts­hofs angeschlos­sen ist. Im Zuge der Baumaß­nah­men konnte auch das vor dem Hauptein­gang des "Wein­brenner­ge­bäu­des" gelegene Garten­stück wieder seiner früheren Gestalt angepasst werden.

Der Garten auf der Südseite des Palais (der zur Kriegs­stra­ße gerich­te­ten Seite) wurde Ende des 19. Jahrhun­derts im Zuge der Erwei­te­rung des ursprüng­li­chen Garten­sch­löss­chens durch den damaligen Vorstand der Baudi­rek­tion, Josef Durm, neu gestaltet. Kernstück war unter anderem eine in sechs Stufen von einer Terrasse hinab­füh­rende und in einem runden Bassin mit Fontaine mündende Kaskade. Mit Ausnahme der Terrasse, die im Jahr 2006 general­sa­niert wird, fiel die Kaskade im Jahr 1970 dem autoge­rech­ten Ausbau der Kriegs­straße und des Karlstors zum Opfer.

Solange die Behörde des General­bun­des­an­walts beim Bundes­ge­richts­hof ebenfalls auf dem Gelände in der Herren­straße unter­ge­bracht war, mussten große Teile des Gartens mangels anderer Alter­na­ti­ven zurück­ge­baut und als Parkflä­chen genutzt werden. Mit dem Umzug der Bundes­an­walt­schaft in das neu errichtete Gebäude in der Brauer­straße und der Erwei­te­rung des Bundes­ge­richts­hofs im Jahr 2003 konnte eine ursprüng­lich geplante Tiefgarage aus Kosten­grün­den nicht realisiert werden. Dennoch erhielt der Garten viele Elemente seiner ursprüng­li­chen Charak­te­ris­tik zurück. Hierzu zählen insbe­son­dere die weiten Rasen­flä­chen und der alte Baumbe­stand. Aufgrund der seit dem Jahr 2001 verschärf­ten Sicher­heits­lage konnte die Parkanlage der Öffent­lich­keit bislang nicht allgemein zugäng­lich gemacht werden.

Garten auf der Südseite des Palais mit Kaskade, vor 1945

Garten auf der Südseite des Palais mit Kaskade, vor 1945