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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Öffentliche Gärten und Denkmäler

Durlach

Standbild auf dem Rathaus­bal­kon, Pfinz­tal­str., Marktplatz
Die Statue aus rotem Sandstein wird in den Akten als "gehar­nisch­ter Mann mit Fanen", von den Durlachern als "Karle mit der Tasch" bezeichnet. Sie stellt Markgraf Karl II. dar, der 1556 seine Residenz von Pforzheim nach Durlach verlegte. Ursprüng­lich stand sie auf dem Sockel des 1567 errich­te­ten Markt­brun­nens. Nach mehrma­li­gem Stand­ort­wech­sel kamen das Original ins Pfinz­gau­museum und ein Abguß auf den Rathaus­bal­kon.

Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870 -71, Pfinz­tal­str. 78
Auf dem ehemaligen Speicher­ge­lände wurde zusammen mit der jetzigen Friedrich-Realschule am 2.9.1878 das von den Karlsruher Bildhauern Hirschen und Volke entworfene und ausge­führte Gefal­lenen­denk­mal enthüllt. Hierbei wurde Rücksicht auf die Propor­tio­nen des dahinter im Neore­naissance­stil erbauten Schul­hau­ses genommen. Auf einem unter­schied­lich geglie­der­ten hohen Sandstein-sockel steht ein fast nackter Krieger in Schritt­stel­lung. Auf dem Kopf trägt er einen reich gestal­te­ten Helm mit Greif. In der erhobenen linken Hand hält er eine zusam­men­ge­raffte Fahne, auf der der Reichs­ad­ler zu erkennen ist. Die rechte Hand hält ein mit Lorbeer bekränztes Schwert. Unter dem rechten Fuß und dahinter liegen als Trophäen ein Helm und eine zerbro­chene Fahnen­stange. Auf der Vorder­seite ist die Inschrift zu lesen: "Den Kämpfern - für Deutsch­lands Einheit und Größe - in den Jahren 1870 - 1871 - die dankbare Stadt Durlach". Auf der gegenüber- Karl Weysser: Der Markt­platz­brun­nen mit Ritter­fi­gur, 1902 liegenden Seite sieht man ein Eisernes Kreuz, das mit einem Lorbeer- und Eichen­zweig geschmückt ist. An der Westseite wird an die Kämpfe in Straßburg, Etival, Nompate­lize, Dijon, Nuits, Mömpelgard und Belfort erinnert. Die Namen der zwölf gefallenen Durlacher stehen auf der östlichen Seite.

Bismarck-Denkmal, Palmaien-/Ecke Kanzler­straße

Nachdem Bismarck 1898 gestorben war, wurden im ganzen Land Erinne­rungs­stät­ten angelegt. Auch in Durlach entstand ein Bismar­ck­ver­ein durch dessen Sammel­tä­tig­keit 1907 der Granit­find­ling mit einer Relief­platte enthüllt werden konnte. Diese verschwand beschädigt in den 1950er Jahren. 2001 fertigte der in Grötzingen wohnende Künstler Ulrich J. Sekinger eine neue Bronze­platte mit dem Konterfei Bismarcks nach einer Zeichnung des Malers Adolph Menzel an.

Alter Friedhof, Palmaien-/Gärt­ner­straße

Als der Innenraum und auch der Außen­be­reich der Stadt­kir­che nicht mehr für Bestat­tun­gen zur Verfügung stand, wurde ein neuer Friedhof südlich vor der Stadtmauer beim Basler Tor angelegt. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Er musste aber bereits 1577 erweitert werden. Eine später geplante Erwei­te­rung wurde wegen des hohen Grund­was­ser­spie­gels verworfen. 1900 schloss man den Friedhof wegen Überbe­le­gung und eröffnete den Bergfried­hof. Die histo­ri­schen Grabstei­ne wurden teilweise ins Museum verbracht, andere an den Außen­mau­ern der Kapelle verankert oder an der Nordseite der Umfas­sungs­mauer aufge­stellt. Die Letzteren haben durch die Witte­rungs­ein­flüsse im Laufe der Jahre sehr gelitten. Alle Gräber wurden eingeebnet und die Umfas­sungs­mau­ern bis auf eine geringe Höhe abgetragen. So entstand ein kleiner Park mit Kinder­spiel­platz. Für den Bau des Christ­kö­nig-Gemein­de­hau­ses wurde der Kath. Kirchen­ge­mein­de Peter und Paul 1927 eine Fläche im nordwest­li­chen Bereich des Fried­hofs­ge­län­des verkauft.

Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs 1914 - 1918

An der nördlichen Fried­hofs­mauer steht auf einem einge­zo­ge­nen Sockel ein 90 x 90 x 90 cm großer steiner­ner Würfel mit flachem Pyrami­den­dach. Auf der Vorder­seite sind Lorbeerzweige und der Text "Den für das Vaterland im Weltkriege 1914 -1918 gestor­be­nen Mitar­bei­tern" und auf den drei übrigen Seiten die Namen der Toten mit Geburts­da­tum, Wohnort, Sterbe­da­tum sowie Sterbeort einge­las­sen. Es wird vermutet, das dieser Stein von einer nicht mehr existie­ren­den Durlacher Firma stammt und auf seinen jetzigen Standort umgesetzt wurde.

Denkmal für die Gefallenen des 2. Weltkriegs 1939 - 1945

Ebenfalls an der nördlichen Fried­hofs­mauer steht für die Gefallenen des 2. Weltkrie­ges auf einem einge­zo­ge­nen Sockel ein 70 x 70 x 70 cm großer Stein­wür­fel, dessen Oberseite eine flache Pyramide bildet. Auf der Vorder­seite sind das Eiserne Kreuz und die Worte "Zum Gedächtnis der Gefal­le­nen 1939 - 1946" einge­mei­ßelt. Auf den anderen drei Seiten sind die Namen der Gefallenen mit Geburts- und Sterbe­da­tum vermerkt.

Nikolaus­ka­pelle

Der Vorgän­ger­bau der Friedhofs-kapelle wurde 1689 im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg zerstört. 1712 konnte der schlichte Barock­neu­bau nach Plänen des Durlacher Ingenieurs Jakob Friedrich Batzenberg wieder eingeweiht werden. Bemer­kens­wert ist die Dachkon­struk­tion, ein sog. Hängewerk, durch welches der darunter sich befindende Raum stützen­frei bleiben kann. Im Laufe der Jahre ist das Gebäude mehrfach umgebaut und saniert worden. Die letzte Sanierung erfolgte 2002.

An der Nordwand der Kapelle sind die in den 1990er Jahren restaurier-ten Grabsteine für die Leibärzte Vater und Sohn Klose, Frau von Bazendorf und drei Kinder zu sehen. - Der sich ursprüng­lich an der abgetra­ge­nen südlichen Fried­hofs­mauer befundene Grabstein des Hoffaktors und Handels­man­nes Ernst-Friedrich Fein wurde 1862 in einen Anbau an der Südwand umgesetzt. 1741 wurde der Stein vom kurpfäl­zi­schen Hofbild­hauer Paul Egell angefer­tigt. Es handelt sich um die Darstel­lung einer allego­ri­schen Trauer­szene. Aus dem Mittelteil erhalten wir Auskunft über das Leben des Verstor­be­nen. Die vier Frauen­ge­stal­ten versinn­bild­li­chen Glaube, Liebe, Hoffnung und Treue. Wegen Beschä­di­gung ging das Grabmal in den 1960er Jahren in Landes­be­sitz über und wurde im Karlsruher Schloss aufge­stellt. Durch stetige Bemühungen des Ortschafts­ra­tes konnte 1990 ein Abguss wieder in der Nische aufge­stellt werden. - Links davon befindet sich der Grabstein des leitenden Ministers Üxküll und rechts der seiner Frau, einer geborenen Göler von Ravensburg. Neben diesen befinden sich zwei weitere Kinder­grab­steine.

Grabmal für Ludwig August Friedrich Freiherr von Lieben­stein (1781 - 1824)

Frei vor der Westseite der Kapelle steht das Grabmal des früh verstor­be­nen liberalen badischen Politikers. Es ist ein auf zwei Stufen stehender hoher recht­e­cki­ger Block aus gelbem Sandstein. Die Risse und Dellen an den Kanten sind absicht­lich angefer­tigt worden, damit es verwit­tert aussieht. Oben zieren den Block eine Urne, ein Eichen­kranz und ein locker hinge­wor­fe­ner Mantel. Über den Sockel­stu­fen befinden sich an den vier Ecken des Monuments je ein Greifen­kopf und jeweils drei relie­fierte Schiffs­schnä­bel. Diese stellen Rammsporne dar, die feind­li­chen Schiffen abgenommen wurden und im alten Rom als Trophäen an die Redner­tri­büne am Forum Romanum angenagelt wurden. Sie symbo­li­sie­ren Kampfesmut und geschlif­fene Rede. 1994 wurde das Grabmal durch den Bildhauer Oliver Hochstra­te restau­riert.

Denkmal für die gefallenen Preußen während der Revolution 1848/49

In der Nähe der Nikolaus­ka­pelle steht das sogenann­te Preußen­denk­mal. Es wurde für die beim letzten Gefecht an der Obermühle Gefallenen des 2. Bataillons des Preußi­schen Landwehr-Regiments Nr. 16 aus Iserlohn aufge­stellt. Vermutlich ist es ein Entwurf des Berliner Archi­tek­ten Berthold Brunkow. Das Denkmal besteht nur noch aus einem recht­e­cki­gen gelben, auf vier Seiten beschrif­te­ten Sandstein­so­ckel mit einem hohen gussei­ser­nen Kreuz darauf. Vor der Umsetzung vom westlichen Teil des Friedhofes an seinen jetzigen Standort, nach dem 2. Weltkrieg, hatte das Denkmal noch einen mächtigen Baldachin.

Train-Denkmal, Pfinztal-/Ecke Karls­burg­straße

1928 wurde das von Prof. Hermann Alker entworfene Denkmal in Form eines Obelisken aus gelbem Sandstein eingeweiht. Es erinnert an das im Jahre 1864 gegründete 1. Badische Train-Bataillon Nr. 14. 1894 zog das Bataillon vom Gottesauer Schloss in die Karlsburg um. 1920 wurde es mit Inkraft­tre­ten des Versailler Vertrages aufgelöst. 1999 restau­rierte der Bildhauer Alexander Ringwald das Denkmal.



Text: Sigrid Malz, Freun­des­kreis Pfinz­gau­museum - Histo­ri­scher Verein Durlach e.V.

Karl Weysser: Der Marktplatzbrunnen mit Ritterfigur, 1902

Karl Weysser: Der Marktplatzbrunnen mit Ritterfigur, 1902

Friedrich Eberle: Nikolauskapelle, Zeichnung, 1928

Friedrich Eberle: Nikolauskapelle, Zeichnung, 1928