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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört, Ehemalige Vogelwarte Rappenwört

Hermann-Schneider-Allee 47, Daxlanden

Die Vogelwarte Rappenwört von Westen in einer Ansicht kurz nach Fertigwerden des Baus 1929

Die Vogelwarte Rappenwört von Westen in einer Ansicht kurz nach Fertigwerden des Baus 1929

Zu Archi­tek­tur und Bauge­schichte

Neben der Dammer­stock-Siedlung im Karlsruher Stadtteil Rüppurr (Entwurf Walter Gropius und Otto Haesler) gehört der heute als Natur­schutz­zen­trum genutzte Gebäu­de­kom­plex der ehemals "Städ­ti­schen Vogel­war­te" im so genannten "Rhein­park Rappen­wört" zu den markan­tes­ten archi­tek­to­ni­schen Vorzei­ge­ob­jek­ten aus der Bauhaus-Zeit.

Der in seinem formalen Aufbau in Teilen an die Meister­häu­ser in Dessau erinnernde multi­funk­tio­na­le Gebäu­de­kom­plex wurde von Walter Merz (1897 - 1963), der zusammen mit Alfred Fischer und Fritz Rössler auch an der Ausführung von drei Einfa­mi­lien-Reihen­h­aus­grup­pen in der Dammer­stock-Siedlung beteiligt war, im Jahre 1929 fertig gestellt.

Von der Idee ...

Nachdem im Zuge der Indus­tria­li­sie­rung die Einwohner­zah­len der Städte sprunghaft angestie­gen waren, erkannte man zu Beginn des zwanzigs­ten Jahrhun­derts die Notwen­dig­keit, eine ausrei­chende Zahl von Frei- und Erholungs­flä­chen für die Erhaltung der Volks­ge­sund­heit zu schaffen. Diese Erkennt­nis fand auch bei der Aufstel­lung des Karls­ru­her Generalbe­bau­ungs­pla­nes Berück­sich­ti­gung. Bereits 1924 entstand die erste Idee für ein Strandbad am Rhein. Im September 1927 wurde ein weiterer Entwurf in der Broschüre "Die Grünpo­li­tik im Karlsruher Generalbe­bau­ungs­plan - Der Rheinpark Rappen­wört" von Bürger­meis­ter Hermann Schneider veröf­fent­licht. Zu dem Plan gehörten die Errichtung eines Strand­ba­des und die Erschlie­ßung der angren­zen­den Auwälder als Naturpark. Bestand­teil des als "Rheinpark Rappen­wör­t" bezeich­ne­ten Naher­ho­lungs­ge­bie­tes war auch eine Vogelwarte. Mit ihr wollte Schneider die in einem zukünf­ti­gen Rheinpark Rappenwört liegenden Möglich­kei­ten auch für den natur­kund­li­chen Unterricht der Schulen nutzbar machen. Außerdem vertrat er die Ansicht, dass die auf Rappen­wört zahlreich auftre­ten­den Stech­mücken am besten auf biolo­gi­sche Weise durch die vermehrte Ansiedlung von Fress­fein­den, vor allem Fleder­mäuse und Singvögel, zu bekämpfen seien. Hierbei sollte der Vogelwarte eine Schlüs­sel­rolle zufallen.

Bild der heutigen Anlage – das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört

Bild der heutigen Anlage – das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört

Nachdem im Zuge der Indus­tria­li­sie­rung die Einwohner­zah­len der Städte sprunghaft angestie­gen waren, erkannte man zu Beginn des zwanzigs­ten Jahrhun­derts die Notwen­dig­keit, eine ausrei­chende Zahl von Frei- und Erholungs­flä­chen für die Erhaltung der Volks­ge­sund­heit zu schaffen. Diese Erkennt­nis fand auch bei der Aufstel­lung des Karls­ru­her Generalbe­bau­ungs­pla­nes Berück­sich­ti­gung. Bereits 1924 entstand die erste Idee für ein Strandbad am Rhein. Im September 1927 wurde ein weiterer Entwurf in der Broschüre "Die Grünpo­li­tik im Karlsruher Generalbe­bau­ungs­plan - Der Rheinpark Rappen­wört" von Bürger­meis­ter Hermann Schneider veröf­fent­licht. Zu dem Plan gehörten die Errichtung eines Strand­ba­des und die Erschlie­ßung der angren­zen­den Auwälder als Naturpark. Bestand­teil des als "Rheinpark Rappen­wör­t" bezeich­ne­ten Naher­ho­lungs­ge­bie­tes war auch eine Vogelwarte. Mit ihr wollte Schneider die in einem zukünf­ti­gen Rheinpark Rappenwört liegenden Möglich­kei­ten auch für den natur­kund­li­chen Unterricht der Schulen nutzbar machen. Außerdem vertrat er die Ansicht, dass die auf Rappen­wört zahlreich auftre­ten­den Stech­mücken am besten auf biolo­gi­sche Weise durch die vermehrte Ansiedlung von Fress­fein­den, vor allem Fleder­mäuse und Singvögel, zu bekämpfen seien. Hierbei sollte der Vogelwarte eine Schlüs­sel­rolle zufallen.

... zur Ausführung

Aufgrund eines Stadt­rats­be­schlus­ses vom 13. September 1928 konnte bereits im Dezember des gleichen Jahres mit der Baumaß­nahme begonnen und die Anlage zum 12. Oktober 1929 eröffnet werden. Walter Merz löste sich bei der Gestal­tung und Lage der Vogelwarte vollstän­dig von den früheren Entwürfen und schuf eine in funktio­na­ler und ästhe­ti­scher Hinsicht überzeu­gende Anlage, die sich konsequent an den Idealen des Neuen Bauens orien­tierte. Die Prämisse der Wirtschaft­lich­keit forderte vom Archi­tek­ten ein hohes Maß an Abstrak­ti­ons­ver­mö­gen in Bezug auf die geome­tri­sche Gestal­tungs­weise, die dieser mit Bravour löste und wie folgt kommen­tierte:

"Das Streben nach der wirtschaft­lichs­ten Form, die zu einem Ganzen verschmel­zen, inneren Zusam­men­hang und ratio­nel­le Bewirt­schaf­tung ermöglicht, führte zu einer Gruppie­rung von Vogelhaus, Unter­richts­ge­bäude und Direk­to­ren­woh­nung, um einen gemein­sa­men Eingang, zu dem als Dominante des Ganzen ein kleiner Turm aufragt, dessen Plattform zur meteo­ro­lo­gi­schen und Vogelzug-Beobach­tung dient."

Wie gut durchdacht diese Konzeption war, zeigt sich in ihrer Bestän­dig­keit über verschie­dene Nutzungs­for­men hinweg: Trotz wechseln­der Funktion präsen­tie­ren sich Baukörper und Fassa­den­ge­stal­tung bis auf den heutigen Tag nahezu unver­än­dert. Wie zu Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhun­derts steht die streng geome­tri­sche und tradi­tio­nell weiß getünchte Anlage in spannungs­rei­chem Kontrast zur umgebenden Natur.

Text: Harald Dannen­mayer, Leiter des Natur­schutz­zen­trums Karlsruhe-Rappenwört