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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Schwarzwaldhalle – Ein Meisterwerk des Architektur- und Ingenieurbaus der Nachkriegszeit

Festplatz 6, Südweststadt

Schwarzwaldhalle im Bau

Schwarzwaldhalle im Bau

Neben der Pyramide ist die Schwarz­wald­halle das inter­na­tio­nal bekann­teste Karlsruher Bauwerk. Im August 1953 nach einer Rekord­bau­zeit von nur acht Monaten eröffnet, ist die kühn geschwun­ge­ne Mehrzweck­halle ein Ergebnis der Zusam­men­ar­beit des bekannten Karlsruher Archi­tek­ten Prof. Erich Schelling (1904-1986) und des konge­nia­len Münchener Bauin­ge­nieurs Ulrich Finster­wal­der (1897-1988), einem ausge­wie­se­nen Spezia­lis­ten für freitra­gende Beton­kon­struk­tio­nen.

Schwarzwaldhalle nach Fertigstellung

Schwarzwaldhalle nach Fertigstellung

Es handelt sich um das erste Hängedach dieser Größen­ord­nung in Deutsch­land. Seine anmutig gebogene Schale ist nur sechs Zentimeter dick und wurde damals komplett auf einer durch­ge­hen­den Holzscha­lung betoniert. In der Form einer Sattel­flä­che über einem ovalen Grundriss modelliert, baut das Dach in seinem ausge­klü­gel­ten statischen Prinzip auf Krümmung und Gegenkrüm­mung auf. Angesichts der beschränk­ten rechne­ri­schen Hilfs­mit­tel der Erbau­ungs­zeit ist die Konstruk­tion auch aus heutiger Sicht eine mechanisch-mathe­ma­ti­sche Meister­leis­tung. Die Führung durch das Gebäude bietet hochin­ter­essan­te Einblicke in die histo­ri­sche Haustech­nik, die sonst nicht öffentlich zugänglich ist.


Text: Dr. Clemens Kieser, Regie­rungs­prä­si­dium Karlsruhe, Referat 26 – Denkmalpflege