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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Nancyhalle - Der Gartenschau ein Haus aus Zelten

Festplatz 7, Südweststadt

Außenansicht von Südwesten, 1967

Außenansicht von Südwesten, 1967

Die Nancyhalle entstand als Ausstel­lungs­halle am Nordaus­gang des Stadt­gar­tens und wurde bereits 1966 mit einer Frühlings­blu­men­schau eröffnet. Zwei Jahre vorher war der Bauantrag als "Schwarz­wald­halle III. Bauab­schnit­t" einge­reicht worden. Der Architekt – Prof. Erich Schelling (1904-1986) aus Karlsruhe – hatte die Halle schon über ein Jahrzehnt vorher konzipiert. Doch damals wurde lediglich die unmit­tel­bar benach­barte Schwarz­wald­halle (1953) mit ihrem fulmi­nan­ten Hängedach aus Beton verwirk­licht, die Schelling und seinem konge­nia­len Bauin­ge­nieur Ulrich Finster­wal­der (1897-1988) Weltruhm einbrachte.

Grundriss, 1967

Grundriss, 1967

Einst als kleinere Schwester der Schwarz­wald­halle ebenfalls mit einem Hängedach geplant, entstand die Nancy-Halle nunmehr in radikal neuen Formen, erhielt aber erneut eine höchst eigen­wil­lige Dachland­schaft. Die Halle besitzt durch ihre kühne Gliederung und die raffi­nierte Dachkon­struk­tion aus "hyper­bo­li­schen Parabo­loi­den" eine außer­ge­wöhn­li­che Raumwir­kung. Die kleinen Gärten in den beiden Innen­hö­fen stehen in reizvollem Kontrast zum strengen Raster der Hallen­folge und wecken fernöst­li­che Assozia­tio­nen. Auch diese beiden Lichthöfe zeigen, wie der Architekt um die Integra­tion von Archi­tek­tur und Natur bemüht war, stand doch die Bundes­gar­ten­schau 1967 auch unter dem Motto "Bauen und Garten". Dieser Aspekt wurde damals auch durch profes­sio­nell gestaltete Hausgärten thema­ti­siert.


Text: Dr. Clemens Kieser, Regie­rungs­prä­si­dium Karlsruhe, Referat 26 – Denkmalpflege