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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Evangelische Matthäuskirche

Vorholzstraße 47, Südweststadt

Kircheninnenraum, ursprünglicher Zustand

Kircheninnenraum, ursprünglicher Zustand


Beschreibung und Geschichte der Kirche

Zur restau­ra­to­ri­schen Unter­su­chung der vorhan­de­nen Malschich­ten

H. R. Alker beschreibt in einem Vortrag 1928 die bauzeit­li­che Farb­ge­bung der Kirche folgen­der­ma­ßen: "Die Wandflä­chen zeigen ein neutrales Grau, das Holzwerk der Türen, der Kanzel und der Wind­fänge ist hellrot gehalten. Das Gestühl ist tiefbraun ­ge­beizt. Die Stülpdecke ist derart behandelt, dass die hoch­lie­gen­den, also die überge­stülp­ten Brett­strei­fen hellrot im Ton der Türen, Kanzel u.s.w. gehalten sind, während die tief­lie­gen­den Bretteile den tiefbrau­nen Ton des Gestühls zeigen. Der Fußboden im Schiff ist aus dunkel­ro­tem Steinholz mit schwar­zen Friesen ausgeführt; nur die Vorhalle sowie der Al­tar­raum haben breit­ge­fugte Klinker­bö­den." Die Farbgebung ist ins­ge­samt ruhig und zurück­hal­tend, farben­präch­tig entfaltet sich nur der Chor mit dem (inzwi­schen abgedeck­ten) Wandge­mälde.

Bei der Unter­su­chung der in der Kirche vorhan­de­nen Malschich­ten ­konnte die von Alker beschrie­bene Fassung Grau im Wandbe­reich e­benso nachge­wie­sen werden wie das helle Rot auf der Holzaus­stat­tung. Der Altar bildet hierbei mit einem ­bau­zeit­li­chen Anstrich in Grautönen eine Ausnahme. Zusätz­lich ­sind für die Erbau­ungs­zeit folgende Farbig­kei­ten nachweis­bar: ein Gelb im Bereich der Kunst­stein­ge­wände der Kirchen­fens­ter, ein helles Grau auf den Wandflä­chen der Vorhalle, ein helles ­Gelb in den Treppen­häu­sern, ein bläuliches Grün auf Türzar­gen und Gelän­der­stä­ben mit Handlauf in Schwarz ebenda. Das erste helle Rot wird schon bald mit einem dunkleren, bräun­li­che­ren Rot­ton überstri­chen (an dem sich auch die zuletzt aufge­brach­te Fas­sung in der Vorhalle orien­tiert). Danach entstehen auf dem Holz helle Anstriche in Grautönen. Leider wird der ursprüng­li­che glatte Wandputz des Kirchen­rau­mes bei der Renovie­rung 1972/73 fast vollstän­dig entfernt und durch einen stark struk­tu­rier­ten ­Ze­ment­putz ersetzt.

Literatur:
Neuzeit­li­cher Kirchenbau. Die Verhand­lun­gen des III. Kongres­ses ­für evange­li­schen Kirchenbau in Magdeburg vom
2. - 4. Mai 1928, Halle 1928
Kirche Salomon Church. Kleine Tempel Karlsruhe Matthäus Beth. Doku­men­ta­tion einer Ausstel­lung im Café Salomon, Beiträge zum Umgang mit Gottes­häu­sern und zur Innen­raumsa­nie­rung von Hermann Al­kers Matthäus­kir­che durch Hans Robert Hiegel. Hrg. v. archE­trans e.V., Karlsruhe 2008