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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Staatliche Kunsthalle - "Der Olymp im Plafond" – Moritz von Schwinds Fresken

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, Innenstadt


Treppenhaus, Einweihung des Freiburger Münsters, Foto: Staatliche Kunsthalle

Treppenhaus, Einweihung des Freiburger Münsters, Foto: Staatliche Kunsthalle


Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe gehört zu den bedeu­tends­ten und ältesten Museen Deutsch­lands. Die Sammlung umfasst rund 800 Gemälde und Skulpturen aus acht Jahrhun­der­ten, vor allem Arbeiten deutscher, franzö­si­scher und nieder­län­di­scher Meister, und das Kupfer­stich­ka­bi­nett zählt mit seinen mehr als 80.000 Blättern zu den ältesten Grafik­samm­lun­gen Europas.

In vielfacher Hinsicht bilden das Haupt­ge­bäude und die benach­barte Orangerie ein archi­tek­tur­his­to­risch einmaliges Ensemble, in dem sich die roman­ti­sche Idee eines Gesamt­kunst­werks aus Archi­tek­tur, Malerei und Skulptur manifes­tiert. Errichtet nach Plänen des einfluss­rei­chen badischen Baumeis­ters Heinrich Hübsch (1795-1863), wurde das Haupt­ge­bäude bereits im Mai 1846 eröffnet und ist eines der wenigen deutschen Kunst­mu­seen, das noch in seiner alten Substanz und Ausstat­tung original erhalten ist. Vor allem in den Sälen des Erdge­schos­ses ist die histo­ri­sche Polychro­mie von Ausstel­lungs­sä­len des 19. Jahrhun­derts in einem raren Zeugnis bewahrt.

Im Jahr 1838 wurde die Ausmalung des Treppen­hau­ses mit einer Darstel­lung der Einweihung des Freiburger Münsters durch "Herzog Berthold, den Zähringer" genehmigt. Bis zum Jahr 1842 war Schwind mit Entwurf und Ausführung dieses vielfi­gu­ri­gen Histo­ri­en­bil­des beschäf­tigt.


Herakles beim Schmaus, Foto: Staatliche Kunsthalle

Herakles beim Schmaus, Foto: Staatliche Kunsthalle

Während von Anfang an vorgesehen war, das Treppen­haus der neuen Kunsthalle durch Wandbilder bedeu­tungs­voll und festlicher zu gestalten, sollten die Erdge­schoss­sä­le ursprüng­lich 'blos mit Arabesken' verziert werden. Erst im Januar 1842 beantragte Hübsch eine Erhöhung der Bausumme, um die vier Ausstel­lungs­säle im Erdge­schoss mit Malereien auszu­stat­ten. So erhielten die Wände einen farbigen, von Saal zu Saal wechseln­den Stucco-Lustro-Verputz mit Stein­fu­gen­rit­zun­gen, Bildfeld-Treppen­haus, Einweihung des Freiburger Münsters der und Friese unter und in den Gewölben.

Schon kurz nach dem Beginn der Bauar­bei­ten hatte Heinrich Hübsch Kontakt zu dem Maler Moritz von Schwind (1804–1871) aufge­nom­men, der sich mit seinen Vorgän­ger­ar­bei­ten in der Münchner Residenz für die Aufgabe empfohlen hatte.

Antaeus, Foto: Staatliche Kunsthalle

Antaeus, Foto: Staatliche Kunsthalle

Da in den Räumen überwie­gend Abgüsse nach Antiken zur Aufstel­lung vorgesehen waren, boten sich vor allem Darstel­lun­gen der griechi­schen und römischen Mythologie und Historie an. Der Anzahl der Säle entspre­chend, wurden vier Bildpro­gramme festgelegt: die "Philo­stra­ti­schen Bilder" im heutigen Vorle­ge­saal, verschie­dene Wettkämpfe der Olympi­schen Spiele für den grünen Saal, Szenen aus der frühen römischen Geschichte im gegen­über­lie­gen­den Saal, sowie Allegorien auf die Kunst­städte Italiens und Deutsch­lands für den vierten Saal der den mittel­al­ter­li­chen und "modernen" Bildwerken zugedacht war. Schwind lieferte für diese Malereien nur die Zeich­nun­gen; mit der Ausfüh­rung der Arbeiten wurden die Maler Anton Geck und Lucian Reich betraut.

Text: Dr. Jutta Hietschold, Staatliche Kunst­hal­le Karlsruhe